Ueber die Diffusion von Sauerstoff und Stickstoff in Wasser. Vou C. Duncan und F. Hoppe -Seyler. Durch die alltägliche Erfahrung in chemischen Labora¬ torien ist bekannt, dass zur Sättigung von Flüssigkeiten mit (lasen längeres Durchleiten der Gase oder oft wiederholtes Zusammenschütteln derselben mit der Flüssigkeit erforderlich ist. Man darf annehmen, dass eine unmessbar dünne Schicht der Flüssigkeit an der Oberfläche, an welcher sie mit einem Gase in Berührung sich befindet, mit dem Gase für die herrschende Temperatur und die Tension des Gases in sehr kurzer Zeit gesättigt sei. Während der kurzen hierfür erforder¬ lichen Zeit werden Gasmoleküle auch in die tieferen Schichten der Flüssigkeit einzudringen begonnen haben, wie aber dies \orrücken zu denken sei, darüber fehlen die Vorstellungen Dass die Bewegungen der Gasmoleküle in den Flüssigkeiten mit bedeutenden Widerständen zu kämpfen haben, beweisen die Erscheinungen, welche man bei schneller Druckverminderung oder Temperaturerhöhung an Flüssigkeiten, die mit Gasen für die bis dahin ' herrschende Temperatur und Druck gesättigt waren, sehr oft zu beobachten Gelegenheit hat. Das Gas zer- reisst den Zusammenhang der Flüssigkeit, offenbar weil es nicht schnell genug die Flüssigkeit durchwandern kann; und wird in der Form von Gasbläschen in der Flüssigkeit frei. Messende Versuche auf diesem Gebiete sind uns mit Aus¬ nahme einer Arbeit von Stefan’), welche unter besonderen ') Bit. (1. Acaii. <1. Wiss., Wien (Alilli. 2), Bd, 77. S. 371.