Vorwort. Die experimentellen Arbeiten, deren Ergebnisse das vorliegende Buch zusammenfaßt, begannen 1913. In den Kriegsjahren, als draußen die Geschütze donnerten, war es um so stiller auf den Straßen und in den wissenschafthchen Instituten Berlins. Fast wie in einem schalldichten Raume ließen sich akustische Beob¬ achtungen durchführen und selbst die Flüsterlaute in ihre letzten Bestandteile zerlegen. So versuchte ich denn, wie wenig auch sonst die Stimmung dazu drängte, in dieser furchtbaren Zeit die wissenschaftliche Arbeit, wie sie gerade auf dem Gebiete der Phonetik seit Helmholtz in Deutschland intensiv gepflegt worden war, weiterzuführen. Den Anstoß dazu hatten mir die Vokal¬ studien Wolfgang Koehlers gegeben, über die ich auf dem Kongreß für experimentelle Psychologie zu Göttingen April 1914 vorzutragen hatte. Die Arbeit mußte aber oft längere Zeit unter¬ brochen werden, da die Herstellung und Reparatur der nötigen Einrichtungen während des Krieges große Schwierigkeiten machte. Über die einzelnen Stadien wurde der' Berliner Akademie der Wissenschaften berichtet (28. V. 1914 Resonanz versuche, 22. VII. 1915 Interferenz versuche, 1. XI. 1917 Synthesen). Die erste Über¬ sicht der experimentellen Ausbeute findet sich im akademischen Sitzungsbericht vom 4. IV. 1918. Es folgten weitere Monographien, die im Literaturverzeichnis dieses Buches zitiert sind. Hier sind nun die Beobachtungen weit vollständiger zusammen¬ gestellt, die früher offen gelassenen allgemeinen Fragen erörtert, und das Ganze ist in einen gemeinschaftlichen Rahmen eingefügt. Inzwischen sind manche der bereits veröffentlichten Tabellen in Lehrbücher übergegangen, manche wurden für die ohrenärztliche Praxis, ja auch für die Telephonie und Radiophonie nützlich ge-