Der Entwickelungsgang der Leibniz’schen Monadenlehre bis 1695. Von Dr. David Selver. »Je voudrais que les auteurs nous donnassent l’histoire de leurs découvertes et les progrès par lesquels ils y sont arrivés. Quand ils ne le font point, il faut tâcher de les deviner, pour mieux profiter de leurs ouvrages. « Leibniz, ed. Erdm. p. 722 h. Einleitung. Wenn, wie K. Fischer treffend bemerkt, »die charaktervolle Eigentümlichkeit eines großen Denkers die Quelle und der Träger auch seiner Philosophie ist, das Band zwischen Leben und Lehren« ,J) so wird die entwicklungsgeschichtliche Darstellung eines philosophi¬ schen Systems zunächst wohl von denjenigen Momenten ihren Aus¬ gang zu nehmen haben, auf welchen jene Eigentümlichkeit des Ur¬ hebers desselben beruht. Sie wird nicht nur diejenigen Züge des schöpferischen Ingeniums ins Auge fassen, welche jeder einzelnen Denkbestimmung innerhalb des Systems ihr eigentümliches Gepräge geben und, wenn der Ausdruck gestattet ist, die Technik des philoso¬ phischen Gestaltens kennzeichnen, sondern sie wird auch die ideellen Grundtriebe sowie die individuelle Richtung der Gemüthsmotive in Betracht zu ziehen haben, welche in dem allgemein^nU/eistesleben eines Denkers die Impulse seines philosophischen und wissenschaft¬ lichen Strebens enthalten. Andererseits wird aber die entwicklungsgeschichtliche Darstellung eines Systems auch solche Bestimmungsfactoren in den Kreis ihrer Betrachtungen ziehen müssen, welche, in den philosophischen und 'JÎL* 1) Gesch. d. n. Philos. II. S. 3.