Die Zeitschwellen gleichartiger und disparater Sinneseindrücke. Von Eduard Moffat Weyer. Mit Figur 1 u. 2 im Text. Einleitung. Die vorliegende Untersuchung verfolgte den Zweck, die Angaben Exner’s1) über den gleichen Gegenstand nachzuprüfen und einige Unklarheiten und Lücken seiner Arbeit auszufüllen. Dabei konnten in gewissem Grade die Vorarbeiten Hamlin’s2) und Drew’s3) be¬ nutzt werden. Das Ziel meiner Bemühung war ein anderes als das von Exner, indem ich darauf ausging, die Erscheinung der Zeit¬ verschiebung disparater Sinneseindrücke, welche dieselben unter ver¬ schiedenen Zuständen der Apperception erleiden, zu ergründen, wie dies Wundt4) und v. Tchisch5) in anderer Weise mittelst der so¬ genannten Complicationsmethode gethan haben. Ich war mit dieser Untersuchung vom Sommersemester 1897 ab im hiesigen Institut be¬ schäftigt. Die Versuchsanordnung verdanke ich in wesentlichen Punkten Herrn Geh. Hath Professor Dr. Wundt, der mit großem Wohlwollen und Interesse den Fortgang der Arbeit verfolgte, wofür ich ihm auch an dieser Stelle meinen tiefgefühlten Dank aussprechen 1) S. Exner, Untersuchungen der einfachsten psychischen Processe. III. Ab¬ theil. Pflüger’s Arch. Bd. XI. 1875, S. 403 ff. 2) Miss A. Gr. Hamlin, Least observable Interval between Stimuli addressed to disparate Senses and Organs of the same Sense. Amer. Journal of Psychol. Vol. YI. 1895. S. 565. 3) F. Drew, Attention. Amer. Journ. of Psych. Yol. VII. 1896. S. 533. 4) Wundt, Grundzüge der Physiol. Psychol. 4. Aufl. II. Bd. S. 393ff. 5) W. v. Tchisch, Philos. Studien. Bd. II. 1885. S. 603.