Schmeckversuche an einzelnen Papillen. Y on F. Kiesow. Mit einer Figur im Text. Angeregt durch die Blix’sche Arbeit »Experim. Beiträge zur Lösung der Frage über die specifische Energie der Hautnerven«1), sowie durch die Abhandlung Holmgren’s »Studien über die elemen¬ taren Farbenempfindungen«2), hat es Dr. Hjalmar Oebrwall versucht, in größerem Umfange Geschmackspapillen der Zunge isolirt zu reizen3). Da die Papillae circumvallatae und foliatae aus tech¬ nischen Ursachen der Untersuchung bis jetzt noch unüberwindliche Schwierigkeiten entgegensetzen, sah sich Oehrwall genöthigt, sich auf die Prüfung pilzförmiger Papillen zu beschränken. Auch hierbei war angesichts der Kleinheit der Endapparate, die sich in der Papille vereinen, und der Unmöglichkeit, dieselben isolirt zu reizen, noch nicht vorauszusehen, oh die Arbeit zu irgend einem lohnenden Ergebnisse führen würde. Allein Oehrwall stellte die folgende Erwägung an: »Wenn man also im voraus jeder Hoffnung entsagen muss, einen einzigen Endapparat oder den entsprechenden Primitivfaden isolirt reizen zu können, dürfte es jedoch für die Theorie4) von Interesse sein und sich vielleicht ausführen lassen, eine einzige pilzförmige 1) Zeitsohr. f. Biologie. Bd. XX. S. 141. 2) Skandinav. Arch. f. Physiologie. Bd. I. S. 152. 3) EL Oehrwall, Untersuchungen über den Geschmackssinn. Skand. Arch, f. Physiologie. Bd. II. S. 1. 4) Theorie der specifischen Energie der Sinnesorgane, von der Oehrwall ausging.