Zur Methode der richtigen und falschen Fälle im Gebiete der Schallempfindungen. Von Erich Mosch. Mit 11 Figuren im Text. 1. Einleitung. Unter den psychophysischen Methoden zeichnet sich die Methode der richtigen und falschen Fälle zweifellos dadurch aus, dass über ihre Anwendbarkeit die widersprechendsten Ansichten geherrscht haben und wohl noch herrschen. Eine Anzahl Fragen, die theils die mathe¬ matischen Grundlagen, theils die Deutung der Formelgrößen betrafen, gab Anlass zu den lebhaftesten Controversen, ohne dass eine Einigung erzielt worden wäre. Nach diesen Streitigkeiten ist dann ein Still¬ stand eingetreten; seit etwa 5 Jahren ist keine Arbeit erschienen, die zur Klärung der Fragen heigetragen hätte. Die letzte größere ex¬ perimentelle Untersuchung über den Gegenstand ist die Dissertation von Kämpfe: »Beiträge zur experimentellen Prüfung der Methode der richtigen und falschen Fälle« ') ; von theoretischen Untersuchungen kommt nur die aus Anlass der Kämpfe’schen Arbeit entstandene Abhandlung von Bruns in Betracht: »Ueber die Ausgleichung sta¬ tistischer Zählungen in der Psychophysik«1 2). In der Kämpfe’schen Arbeit ist ein äußerst umfassendes Material zur Discussion verschie¬ dener Fragen verwendet worden, die sich hauptsächlich auf die An¬ wendbarkeit der in den Fechner’schen und Müller’schen Formeln für die Methode der richtigen und falschen Fälle auftretenden mathe- 1) Philos. Studien, VIEL Bd. S. 511. Wundt, Philos. Studien. XIV. 2) Ebenda, IX. Bd. S. 1. 33