Das Spiegeltachistoskop. Yon Wilhelm Wirth. Mit 1 Figur im Text. In unserer Festschrift habe ich am Ende meines Beitrags »Zur Theorie des Bewusstseinsumfanges und seiner Messung« ein Tachi- stoskop beschrieben, das u. a. vor allem zu einer beliebigen momentan vorübergehenden Variation continuirlich dar¬ gebotener Bilder dient1). Inzwischen ist nach dem Modell, das der damaligen Beschreibung zu Grunde lag2), ein completer Apparat hergestellt und in weiteren Versuchen erprobt worden, an welchem zugleich noch einige wesentliche, seiner Zeit nur kurz angedeutete Hülfsvorrichtungen angebracht sind. Somit können einstweilen wenig¬ stens die technischen Ausführungen von damals durch eine concretere Darstellung vervollständigt werden, die bei der allgemeinen Ver- werthbarkeit des Princips für Apperceptions- und Vergleichs versuche überhaupt ein gewisses selbständiges Interesse bieten dürften. Für die theoretischen Gesichtspunkte, welche zur Construction des Appara¬ tes geführt haben, verweise ich hier auf die genannte Abhandlung. Die Beschreibung des Apparates hingegen soll jene erste Darstellung in keiner Weise voraussetzen. Das Princip dieses Tachistoskopes besteht ganz allgemein in der einmaligen (oder auch rhythmisch wiederholten) momentanen Er¬ setzung eines dauernd sichtbaren virtuellen Bildes durch ein 1) Wundt, Philos. Studien XX, S. 659 ff. 2) a. a. 0. Tafel III, Fig. 7.