Die Finalität in ihrem Verhältniss zur Causalität. Von Eduard von Hartmann. Edmund König hat im XIX. Bande der »Philosophischen Stu¬ dien« S. 418—458 zu beweisen gesucht, • dass die Finalität eine rein metaphysische und psychologische Kategorie sei, die nur hinter, aber nicht neben der Causalität ihren Platz habe und in der Naturbe- trachtung nur insoweit legitimirt sei, als die causalen Naturgesetze von einer metaphysischen Finalität abgeleitet werden (S. 451—452). So sehr ich nun damit einverstanden hin, dass die Finalität die höhere Kategorie von beiden ist, so kann ich doch der Ausschließung der Finalitätskategorie aus der Naturseite der Erscheinungswelt nicht zu¬ stimmen. Der Gegenstand scheint wichtig genug, um die König- schen Argumente gegen die Coordination von Finalität und Causalität in der Natur einer Nachprüfung zu unterziehen. Es sind hauptsäch¬ lich folgende. 1. Finalität vollzieht sich nur mittelbar in einer Keihe von Veränderungen, Causalität zwischen zwei unmittelbaraufeinander folgenden Veränderungen (S. 444). 2. Finalität und Causalität sind nur dadurch zu coordiniren, dass man beide unter Abstraction von der Zeit auf das Schema zeit¬ loser logischer Determination zurückführt, womit aber beide gleich¬ mäßig aufgehoben werden und nur ein Drittes, die logische Ab¬ hängigkeit, übrig gelassen wird (S. 426). 3. Von einem immanenten »Streben« nach einem Zweck ist in den Naturprocessen objectiv nichts zu bemerken; die Finalität ist nur eine Deutung des Vorganges (S. 437).