Zur Lehre von den Allgemeinbegriffen. Von ©. Störring. Leipzig. I. Wenn wir über Begriffe und speciell über Allgemeinbegriffe han¬ deln wollen, wird es zweckmäßig sein, dieselben zunächst den Allge¬ meinvorstellungen und Einzelbegriffen gegenüber abzugrenzen. Man hat bekanntlich angenommen, dass aus einer Reihe ähnlicher Vorstellungen die Vorstellung des Gemeinsamen, ein schematisches Totalbild, durch associative Beziehungen zur Entwicklung komme. In diesen schematischen Totalbildem einer Reihe von ähnlichen Wahr¬ nehmungen sollten zugleich die Begriffe für die betreffenden ähnlichen Wahrnehmungen gegeben sein, wobei man unter einem Begriff die Summe der gemeinsamen Merkmale zusammengehöriger Wahrneh¬ mungen verstand. Den betreffenden Autoren trug zugleich jeder Begriff den Charakter der Allgemeinheit, alle Begriffe sind Allgemein¬ begriffe, da jeder Begriff eine ganze Reihe von Wahrnehmungen unter sich begreift. Hier sind dann also die Allgemeinvorstellungen identisch mit Allgemeinhegriffen. Die Polemik, welche Berkeley gegen diese Theorie der Allge¬ meinvorstellungen gerichtet hat, besteht völlig zu Recht. Es gibt keine Vorstellung von einem Dreieck, »welches weder schiefwinklig noch rechtwinklig, welches weder gleichseitig noch ungleichseitig, noch gleich¬ schenklig, sondern dies alles und doch zugleich nichts von dem ist«. Derartige Allgemeinvorstellungen sind also Eictionen, sie existiren im psychischen Leben nicht, sie sind intellectualistisch in den gegebenen Thatbestand hineingesehen. Wenn wir einen Begriff denken, so 21*