540 George Malcolm Stratton. Hautfläche wird verändert. Dadurch muss sowohl die Spannung der umgebenden Hautpartie, als auch ihr Druck auf das unter¬ liegende Gewebe gleichzeitig ebenfalls eine Veränderung erfahren. Nicht nur die Intensität, sondern auch die Ausdehnung des Reizes und seine Vertheilung über die gereizte Fläche werden hierbei ver¬ ändert. Die dadurch entstandene Erregung muss dann ebenfalls eine dem entsprechende Veränderung erleiden, indem sie einem in¬ tensiven wie extensiven und höchst wahrscheinlich auch qualita¬ tiven Wechsel unterworfen wird. Die Veränderungen des äußeren Zustandes der Haut, welche durch Abnahme und Zunahme des Druckes entstehen, verhalten sich, obwohl in entgegengesetzten Richtungen, annähernd parallel zu einander. Im einen Fall erzeugt ein bestimmter Zuwachs des Druckes eine Vergrößerung der Depression der Haut, der Spannung der umgebenden Theile und der Compression der unter den Ge¬ wichten liegenden Gewebstheile, im anderen dagegen erzeugt eine Druckabnahme eine Verminderung dieser De- und Compression jener Hautstellen sowie eine Spannungsverminderung der sie umgebenden Theile. Die Größe der Bewegung ist aber bei der Abnahme weit bedeutender als bei der Zunahme, vorausgesetzt dass das Quantum und der Anfangswerth der Gewichtsveränderung in beiden Fällen gleich sind. Dies war vorauszusehen, da bei der Drucksteigerung die Gewebe selbst dem Druck von oben mehr entgegen wirken; ich habe diese Erscheinung jedoch auf experimentellem Wege be¬ stätigt gefunden. Da nun nicht die Größe der Bewegung als solche, sondern die in der Haut dadurch entstehenden Druckänderungen die maßgebenden Momente sind, so bildet dieser Bewegungsunter¬ schied keine Ausnahme für den angenommenen Parallelismus zwi¬ schen den bei der Zu- und Abnahme des Druckes stattfindenden äußeren Reizvorgängen. Wir dürfen hieraus aber noch nicht ohne weiteres schließen, dass die Veränderungen der Nervenerregung in beiden Fällen einander genau entsprechen und parallel gehen. Wir dürfen z. B. nicht annehmen, dass, wo eine Depressionszunahme der begrenzen¬ den Haut eine Zunahme in der Ausbreitung der Nervenerregung bewirkt, eine gleich große Abnahme der Depression eine dem ent¬ sprechende Verkleinerung in der Ausdehnung der Erregung hervor-