528 George Malcolm Stratton. suchungen, welche als Reizmittel eine schwingende Stimmgabel1) oder ein rasch rotirendes Zahnrad2) anwenden. Abgesehen von der Schwierigkeit, welche unter diesen Bedingungen das Constanthalten und die Bestimmung der Veränderungsgröße des Reizes hat, hängt die Wahrnehmbarkeit der Druckänderungen nicht nur von der Größe dieser Veränderung ah, sondern auch von der Geschwindig¬ keit der Succession und der damit zusammenhängenden Verschmel¬ zung der Empfindungen. Die eigentliche Wirkung der Veränderungs¬ größe wird demnach auf diese Weise schwer erkannt werden. In den Versuchen von Rumpf3), der den He ring’sehen Aesthe- siometer benutzte, spielen die Druckänderungen ebenfalls eine gewisse Rolle. Eine quantitative Bestimmung der Reizänderung ist mittelst seiner Anordnung nicht möglich. Daher können die Rumpf’sehen Resultate wie auch die nach der Goltz’sehen Methode4) gewonnenen für unseren Zweck nicht in Betracht ge¬ zogen werden. Es finden sich zwar einige Untersuchungen, welche zu quanti¬ tativen Resultaten führten; dieselben sind jedoch wenig umfang¬ reich, auch wurden sie meistens nach einem Verfahren ausgeführt, welches eine Nachprüfung desselben mit Ausschluss mehr oder weniger wahrscheinlicher Fehlerquellen wünschenswerth macht. In diesen Arbeiten, deren uns hier interessirende Resultate weiter unten angegeben sind, findet man noch einen auffallenden Mangel in der Unterscheidung der Hauptfälle. Die Zu- und Abnahmefälle sind ohne weitere Scheidung durch einander geworfen. Nur bei einem Beobachter (Dohrn) findet sich die Andeutung eines Unter¬ schiedes dieser Fälle, doch geschieht dies in einer so unsicheren Weise, dass der Verfasser selbst den Unterschied in den Schwellen- werthen einigen Eigenthümlichkeiten seines Apparates zuschreibt. Außerdem werden von sämmtlichen Autoren die verschiedenen 1) Schwaner, Die Prüfung der Hautsensibilität vermittelst Stimmgabeln bei Gesunden und Kranken. Marburg 1890. 2) Haycraft, Abstract of an Essay upon the Limitations in Time of Con¬ scious Sensations. Brain. Vol. VII. p. 141. 3) Rumpf, Zur Physiologie und Pathologie der Tastempfindung. Archiv für Psychiatrie. Bd. XV. S. 841. 4) Goltz, Ein neues Verfahren die Schärfe des Drucksinnes der Haut zu prüfen. Centralblatt für die Medicinischen Wissenschaften. 1863. S. 273.