Ueber die Wahrnehmung von Druckänderungen bei verschiedenen Geschwindigkeiten. Yon George Malcolm Stratton. Mit 7 Figuren im Text. Bei der Bestimmung der Unterschiedsempfindlichkeit für Druck¬ empfindungen können die zu vergleichenden Empfindungsintensitäten entweder gleichzeitig oder successiv erfolgen. Bei successiven Beizen sind die Druckintensitäten entweder durch eine leere Zwischenzeit von einander getrennt, oder die Normalintensität fließt unmittelbar und ohne eine solche Unterbrechung in die Vergleichsintensität über. In letzterem Falle werden die Versuche dann so angestellt, dass man in den Verlauf eines continuirlich ein wirkenden constanten Reizwerthes eine Intensitätsveränderung von bestimmter Größe und Geschwindigkeit einschaltet. Die Versuche, deren Ergebnisse ich im Folgenden mittheilen möchte, wurden nach der letzterwähnten Anordnung ausgeführt. Es handelt sich in diesen Mittheilungen demnach besonders um die Bestimmung des Einflusses der Geschwindigkeit einer Druck¬ änderung auf die Wahrnehmung des betreffenden Unterschiedes, oder genauer ausgedrückt auf die Größe der ebenmerklichen Druck¬ änderung. Die Feststellung dieses Einflusses erschien mir um so noth- wendiger, je mehr ich die Resultate der wenigen Untersuchungen, die über diese Frage bisher veröffentlicht sind, in Rücksicht zog. Die einzige ausführlichere Arbeit in diesem Gebiete stammt von Hall und Motora1). Dieselbe enthält das kaum zu erwartende 1) Dermal Sensitiveness to Gradual Pressure Changes. Americal Journal of Psychology. Vol. I, p. 72. 35*