Theorie des Talbot’schen Gesetzes. 281 einem weißen und einem schwarzen Sector bestehenden Scheibe verschiedene Beleuchtungen gibt^ so verhalten sich die mittleren Gesammtintensitäten nahezu ebenso wie die Unterschiede der Reize, weil der schwarze Sector durch« die verschiedenen Beleuchtungen nur wenig an Helligkeit gewinnt und daher hinsichtlich seiner In¬ tensität nahezu gleich Null ist. tWenn aber bei einer bestimmten Yersuchsanordnung gleichen Aenderungen der mittleren Intensität gleiche oder doch nahezu gleiche Aenderungen der Reizunterschiede entsprechen, so kann man offenbar einen sichern Schluss über den Einfluss des einen oder andern der beiden Momente auf die kriti¬ sche Periodendauer unter keinen Umständen ziehen und man darf die wachsende mittlere Intensität für die mit ihr parallel gehende Vergrößerung der in einer bestimmten Zeit erforderlichen Perioden¬ zahl um so weniger verantwortlich machen, als es ja feststeht, dass die letztere mit wachsendem Reizunterschied größer wird1). Beweisen sohiit die Versuche Baader’s nichts hinsichtlich des Einflusses der mittleren Helligkeit auf die kritische Periodendauer, so folgt das Gegentheil der Baader’sehen These aus einem Satz, welchen ich früher experimentell bewiesen habe. Dieser Satz lautet: Es ist für die Verschmelzung günstiger, wenn die Dauer des intensiveren Reizes, als wenn diejenige des weniger intensiven überwiegt2). Dies heißt nichts anderes, als dass (unter sonst vollkommen gleichen Bedingungen) die kritische Periodendauer mit wachsender mittlerer Intensität zunimmt. Wenn man zur Erzeugung der successiven Reize Flächen an¬ wendet, welche nacheinander am Fixationspunkt vorbeieilen, wie dies bei der Benützung rotirender Scheiben der Fall ist, so tritt zu den bisher genannten Momenten ein fünftes hinzu, das der Conturenbewegung. Je langsame* sich nämlich (unter sonst voll¬ kommen gleichen Umständen, d. h. wenn die Reizdauern» ihre und der Reizintensitäten Unterschiede sowie die mittlere Intensität der 1) Baader a. a. O. S. 30 ff. 2) Philos. Stud. IX. S. 397 f. — Die*Richtigkeit dieses Satzes habe ich unter¬ dessen wiederholt mit Herrn Henri ill Leipzig nachgeprüft und bestätigt ge¬ funden.