Ueber geometrisch-optische Täuschungen. Von Armand Thiéry. (Schluss.) Mit 42 Figuren im Text. § 3. Täuschungen an ungleichen Figuren, welche von parallelen Transversalen geschnitten werden; (Müller-Lyer’sche Figuren.) Wir bemerken an Fig. 34 (Bd. XI, S. 617), dass die in § 2 verglichenen geraden Linien als Basen eines Trapezes betrachtet werden können, durch dessen convergente Linien die beiden anderen Seiten gebildet werden ; ebenso bilden die Stäbchen unseres Modells (Fig. 31, ebend. S. 608) die Basen eines Trapezes. In einem und demselben Trapez erscheint nun eine auf der kürzeren Basis gemes¬ sene Strecke größer, als die gleich große Strecke auf der längeren Basis. Dieser Einfluss der convergenten Linien in einem und dem¬ selben Trapez ist demjenigen Einflüsse analog, den wir bei zwei identischen Trapezen festgestellt haben. Bei diesen ließen die con- vergirenden Linien eines Trapezes die andere Figur, nach welcher sie convergirten, größer erscheinen. (Ygl. Fig. 29 S. 605.) Obgleich aber diese beiden Einflüsse analog sind, lassen sie sich doch als zwei verschiedene Täuschungsursachen unterscheiden. Jede dieser Ursachen kann nämlich für sich allein wirken, und beide können entweder in derselben oder in entgegengesetzter Richtung wirken. Bei unseren Experimenten mit zwei gleichen Trapezen haben wir schon die eine Ursache isolirt ; denn dabei wurden die größeren oder die kleineren Basen der Trapeze mit einander verglichen. Die 5*