Die Abhängigkeit zwischen Reiz und Empfindung. Von Dr. Julius Merkel. Erste Abtheilung. Mit Tafel III. Lieber die Abhängigkeit zwischen Reiz und Empfindung liegt ein überaus reiches Material rein theoretischer Erörterungen vor. An entscheidenden experimentellen Untersuchungen, welche sich die Lösung dieser Frage zur Aufgabe stellen, fehlt es gänzlich, ja von vielen Seiten wird die Möglichkeit einer experimentellen Lösung sogar entschieden in Abrede gestellt. In diesen Studien ist die Abhängigkeit zwischen Reiz und Empfindung von Wundt1), Köh¬ ler2) und Fechner3) eingehend erörtert worden, es dürfte daher eine ausführliche Darlegung der verschiedenen Resultate an dieser Stelle als überflüssig erscheinen. Gilt doch übrigens gerade hier wie bei wenigen Fragen der Philosophie der Ausspruch des Dichters: »Der Worte sind genug gewechselt, Lasst mich nun endlich Thaten sehn!« Von vorn herein mag auf das entschiedenste betont werden, dass ich in Uebereinstimmung mit Wundt und Köhler nur eine Untersuchung der Abhängigkeit zwischen Reiz und Empfindungs¬ schätzung für möglich halte, ich werde mich indessen der Kürze halber des öfteren der Ausdrucksweise Reiz und Empfindung be- 1) Wundt, Philos. Studien, II, S. 1. 2) Ebenda, III, S. 572. 3) Ebenda, IV, S. 161.