484 Ludwig Lange. der Reactions- und der Schlaghammercontact geschlossen sein mussten) , so ergab sich nicht ihr wahrer Werth, der ahgelesene Werth war vielmehr um die »elektromagnetische Correction« falsch, welche also auf diese Weise jederzeit leicht gefunden werden konnte. Stellte man hintereinander 10 chronoskopische Messungen der Con¬ trolzeit an, so betrug die mittlere Variation der zehn ahgelesenen Werthe meist nur 0,8er, häufig 0,5er, niemals jedoch über 1,0er; hei dieser außerordentlich großen Präcision der Versuchsanordnung kann für eine hohe Genauigkeit unserer Versuchsergehnisse wohl unbe¬ dingte Gewähr geleistet werden. Bei den eigentlichen Reactionsversuchen mussten natürlich die Contacte o und u des Pallhammers F beide geschlossen sein, damit der Strom frei durch sie hindurchgehen konnte. Um ein exactes Zeitintervall zwischen Glockensignal und Ham¬ merschlag herstellen zu können, verwendeten wir ein Pendel, welches zu jeder Doppelschwingung gerade eine Secunde brauchte. Dieses Pendel schloss, wenn es in Schwingung versetzt war, selbstthätig jede Secunde beim Durchgang durch seine Ruhelage einen Platin- Quecksilbercontact. Der letztere aber war gleichzeitig in zwei Stromleitungen eingeschaltet, erstens in diejenige, welche den Elek¬ tromagneten der Signalglocke, zweitens in diejenige, welche den Elektromagneten des Schlaghammers enthielt. In jeder dieser Lei¬ tungen befand sich außerdem noch ein federnder Quecksilbercontact, welcher durch Niederdrücken mit dem Finger vorübergehend ge¬ schlossen werden konnte. Drückte man von diesen beiden Con- tacten den einen längere Zeit hindurch nieder, so gab das schwin¬ gende Pendel alle Secunden ein Glockensignal, drückte man den anderen nieder, so gab es alle Secunden einen Hammerschlag. Es erhellt nun ohne weiteres, dass man durch rechtzeitige Schließungen beider Contacte leicht bewirken konnte, dass zuerst ein einzelnes Glockensignal und genau 1, 2, 3 oder 4 und mehr Secunden später ein Hammerschlag eintrat. Oh es nöthig werden würde, auch gebrochene Secundenzahlen anzuwenden, konnte man von vornherein nicht wissen; trat diese Nothwendigkeit ein, so ließ sich voraussichtlich durch Verschiebung der beweglichen Pendellinse, d. h. durch Ver¬ änderung der Schwingungsdauer das meiste erreichen. Nur für Inter¬ valle < Is hätten wir einen besonderen Apparat heranziehen müssen.