13 durch deren Hubhöhe. Ich führe nur den östergötischen Kanal an, der von der Ostsee aus mit 37 Kammerschleusen die Schiffe 88,2 Meter hinauf in den Wettersee befördert, alles durch die auf das Betriebs¬ wasser wirkende Schwere. In Deutschland ist das Kanalnetz noch lange nicht so w’eit ausgebaut, als erwünscht wäre; ja es zeigt sich bei den gesetzgebenden Körperschaften ein merkwürdiger Widerstand gegen die Kanalbauten, hoffentlich nicht für lange. Blicken wir hier noch einmal untersuchend zurück auf unsere Wasserkraftmaschinen, so müssen wir bemerken, dafs der kraftab- gebende Regen doch keineswegs so gleichmäßig herabgeht, wie es für den Maschinenbetrieb erforderlich wäre, dafs oft lange Wochen Fig. 6 Wasserwirtschaft im Oberharz hindurch Trockenheit herrscht, obwohl im Durchschnitt genug Wasser für den Radbetrieb fällt. Das hat dazu geführt, Sammelbecken, Teiche, Weiher anzulegen, so grofs, dafs sie den zeitweiligen Überschufs auf¬ nehmen, bergen können, den sie dann in Zeiten des Mangels her¬ geben. Diese Behälter, die ja selbst bei kleinen Radbetrieben viel Vorkommen, sind, ganz wie die wasserbewahrenden Strecken der Schiffahrtskanäle „Haltungen“, die es bei gröfserer Ausdehnung auch ermöglichen, die ganz unstetigen Jahreszufuhren an Regen und Schnee in stetigem mechanischen Betrieb zu verwerten. Tausende und aber Tausende solcher künstlicher Haltungen sind über die Kulturländer verbreitet. Ein ausgezeichnetes Beispiel bietet die mechanische Wasserwirtschaft des Harzgebirges, von der Fig. 6 einen Teil, den um Clausthal belegenen, darstellt. Der ganze Gebirgsstock wurde von der