Amerikanische Orgel-Abtheilimgsbenenmmgen. ()1 gemalten Thür, oder wenn sie lieht, einem grossen gemalten Glasfenster verschlossen ist, welche sich heim Gebrauche des Crescendo-Trittes all- mälich öffnen. Die dritte Abtheilung ist die Chancel-Organ, welche sich immer zu ebener Erde, meist an einer Seite des, „ Chance 1“ genannten Raumes der Kirche befindet. Sie hat selten ein Gehäuse resp. Prospect nach deutscher oder englischer Art, sondern besteht meist aus frei auf einem Panel sich erhebendem Pfeifwerk; sie repräsentirt oft eine ganz respectable kleine Orgel und enthält dann auch Pedalstimmen. Sie ist von der Great- Organ aus spielbar, hat aber, wenn sie nicht zu klein disponirt, meist auch noch einen eigenen Spieltisch, der sich zu ebener Erde in ihrer Nähe befindet; ja es kommt sogar vor, (wie bei der schönen von Hilborne L. Roosevelt in der Grace-Church zu New York erbauten Orgel,) dass von diesem Spieltische aus- das ganze, gesammte Orgelwerk zu spielen ist, und dass die Great-Organ einen Spieltisch von beschränkterer Wirkung enthält. Eine vierte Abtheilung ist die Solo-Organ, welche, wenn sie vor¬ handen, manchmal in der Höhe über der Great-Organ angebracht ist, manchmal auch eine Art meist etwas entfernt oder abseits stehendes Rückpositiv bildet. Sie enthält immer nur wenige Stimmen, aber von hervorragender Wirkung, die Wind von sehr hohem Drucke empfangen, wie Stentorphon, Concertflöte, Tuba mirabilis u. s. w. Sie hat ihr eigenes Manual am Spieltisch resp. Spielschrank der Great-Organ, dasselbe hat aber nicht immer den ganzen Tonumfang der anderen Manuale. Oft bildet sie aber keine besondere Abtheilung, sondern die zu ihrem Klavier ge¬ hörigen Stimmen stehen auf einer separaten Windlade, innerhalb des Ge¬ häuses der Great-Organ. Eine fünfte Abtheilung ist die Echo-Organ. Sie wird immer an einem abgelegenen Orte der Kirche und so hoch wie nur irgend möglich aufgestellt. Sie enthält auch nur wenige aber nicht starke Stimmen. Haben amerikanische Orgeln eine Vox humana, so befindet sich dieselbe in der Echo-Organ und es fehlt dann selbstverständlich der Tremulant nicht. Auch schwebende Stimmen wie Unda maris befinden sich oft in der Echo-Organ. Es kommt vor, dass mit der Echo-Organ die Solo-Organ vereinigt wird, auf jeden Fall wohl nicht zum Nutzen der Wirkung der letzteren. ln den neuesten amerikanischen Orgeln befindet sich sogar noch eine sechste Abtheilung, die Chapel-Organ oder Subterranean-Organ. Dieselbe steht in einem unterirdischen Raume, einer Krypte, ist also weiter nichts als ein zweites Echo, nur im Gegensatz zu dein aus Him¬ melshöhen kommenden, ein aus der Unterwelt kommendes. Diese, sowie die vorhergehenden sind selbstverständlich auch vom Spielschranke resp. Spieltische der Great-Organ aus zum Erklingen zu bringen. Nun zu den Prospecten. Das Entwerfen von Prospecten für grosse Orgeln ist heute kaum mehr Sache der Orgelbaumeister, ln früheren Zeiten war dies theilweis der Fall. Es ist als ein ganz entschiedener Fortschritt zu bezeichnen, dass diese Arbeit in unseren Tagen immer mehr und mehr in die Hände der Architecten übergeht, Nur für kleine und kleinste Orgeln kommt der Erbauer noch heute in die Lage, den nöthigen Prospect selber zeichnen