104 Eduard Sievers. [40 um Zug, d. h. in regelmäßigem Wechsel von rechts/links oder links/rechts (das hängt dann mit systematischem Wechsel von steig- und falltonigen Partien zusammen, vgl. oben S. 82). Die Ge st en - punkte können hei diesem Alternieren entweder symmetrisch liegen (. .), oder (und das ist das Gewöhnlichere) konträr, d. h. hier diagonal (also ’. oder d. h. linke Hand höher [bzw. körper¬ ferner J als die rechte, und umgekehrt). Sehr bedeutsam ist endlich bei den Zeichen für die Stimmtypen V und VI die Art, wie, und der Ort, wo das Zeichen ergriffen wird, während bei den übrigen Zeichen in der Regel nur eine Griffart besteht; für V und VI sind speziell die Griffarten Ro \ Ru, So \ Su, Bo [ Bu, Eo | Eu (d. h. Rand-, Seiten-, Bügel-, Eck-ober- bzw. -Untergriff [Metr. Studien 4, 41. 42 f.]) zu unterscheiden, ev. mit noch weitergehender Differen¬ zierung (z. B. Bod\Bud, d. h. Bügel-ober- bzw. -Untergriff mit Durch griff der Zeigefingerspitze durch den Bügel, u. dgl.). Daß übrigens alle diese,Dinge auch eine tiefer liegende Bedeutung haben, insbesondere oft wieder mit qualitativen oder melodischen Elementen des Klangs in Wechselbeziehung stehen1, kann ich hier eben nur noch andeuten, nicht mehr weiter ausführen, zumal hier manches zurzeit noch der weiteren Aufklärung bedarf. — Meine Damen und Herren, ich habe Ihnen diese Ausführungen sicher zu Ihrem Mißvergnügen in sehr abstrakter Form vorgetragen, noch dazu in einem ganz dürftigen Auszug aus dem Vielen, was bei genauerer Betrachtung zu sagen wäre. Es war das aber nicht zu ver¬ meiden, weil eine Entwicklung der Dinge an der Hand einzelner Beispiele zu zeitraubend gewesen wäre, und auch wohl unpraktisch, weil man bei jedem Einzelbeispiel gleich von vornherein auf so viele konkurrierende Besonderheiten achthaben muß. Jetzt, wo Sie wenig¬ stens die Hauptgrundzüge des Systems überblicken, wird es leichter sein, dem Ganzen durch Erläuterung ausgewählter Beispiele etwas mehr Leben und Farbe zu geben. Ich möchte diese Beispiele in zwrei Abteilungen zerlegen, solche für produzierendes und solche für reproduzierendes Sprechen, indem ich Ihnen einerseits zeige, wie sich meine Stimme unter dem Einfluß der Signale beim improvisierenden Frei¬ sprechen ändert, andererseits wie jeder einmal geformte Text 1 In anderen Fällen scheint der Griff auch blofä zu wechseln, je nachdem die eine oder andere Art für die Ausführung einer vorgeschriebenen Bewegung physiologisch bequemer ist.