Ziele und Wege der Sehallanalyse. 103 391 Und nun endlich zu den Zeichen oder Signalen selbst, mit denen ich arbeite und die mit ein oder zwei Ausnahmen von mir allein gefunden worden sind. Auch dabei hat keinerlei Spekulation mitgewirkt; es ist vielmehr alles einfach empirisch ausprobiert worden, ob es «passe» oder «nicht passe», d. h. ob es bei richtiger (aber auch erst wieder auszuprobierender) Handhabung auch wirklich die ge¬ forderte Stimmfreiheit beim Benutzer hervorrufe oder nicht. Die Zeichen bestehen, wie Sie sehen, einfach aus gebogenen Messingdrähten, an deren Enden vielfach (aber durchaus nicht immer) Pf eil spitzen angebracht sind, die auf den Beschauer eine gewisse Zugwirkung ausüben. Aus der Menge der übrigen Zeichen sondern sich zunächst die für großen und für ausgeprägten Ton als besondere Unter¬ klasse aus. Sie sind niemals in bewegter Hand zu halten, sondern haben auf irgendeiner Unterlage zu ruhen («Ruhezeichen»), beim Prüfen eines geschriebenen oder gedruckten Textes in der Regel unterhalb desselben, in jedem Einzelfall aber auch in einem bestimmten Abstand davon. Kommt Groß mit Ausgeprägt zusammen, so geht es dem letzteren voran, steht also dem Text näher, dem Körper des Prüfenden ferner. Alle anderen Zeichen sind im Prinzip Bewegungszeichen. Nur müssen, wo für eine Einstellung mehr als zwei Bewegungszeichen nebeneinander nötig sind, so viele davon zwangsweise ruhen, als die Zweizahl der bewegen¬ den Hände überschreiten, und zwar ruhen dann die Hauptzeichen (Zeichen höheren Ranges) zugunsten der Zeichen niederen Ranges, die nur auf eine Unterart einstellen.1 Wichtig ist ferner noch dieses. Die Beckingkurven waren stets mit der rechten Hand allein zu schlagen (oben S. 75), die linke hat dabei nichts zu tun (außer bei Linksern, wo sie natürlich vikarierend eintritt); die Taktfüll- kurven werden von der rechten Hand ausgeführt, während die linke symmetrisch zum Gestenpunkt gehoben wird (oben S. 79). Bei den Signalkur^en (einerlei ob frei oder gebunden) arbeiten (mit ganz minimalen Aul lahmen, wenn es solche überhaupt gibt) beide Hände entweder gleichzeitig und dann zugleich stets im Spiegelbild symmetrisch (oben S. 102), oder sie arbeiten Zug 1 So ruhen z. B. in dem «Tanzlied» von O. J. Bierbaum (etwa bei H. Bethge, Deutsche Lyrik seit Liliencron, 2. Aufl., S. 11) Es ist ein Reihen geschlungen mit der Stimmformel <H || \2wa] |j (F. [= oc]) auch die beiden Zeichen für 2w, weil die beiden Hände (hier zwar abwechselnd rechts/links) die Zeichen für «Moll» und «Dur» (Metr. Studien 4, 34* unten) zu bewegen haben.