Ziele und Wege der Schallanalyse. 95 °>1 > i begrenzt in der Taillen gegend, also unterhalb des Brustkorbes. Was er da beobachtet hat, war in der Hauptsache richtig; aber es war eine Lücke in seinem Beobachtungsfeld, daß er die nicht minder wichtigen Vorgänge im Brustkorb einer ebenso eingehenden Unter¬ suchung nicht unterzog. Und so erklärt es sich denn wohl auch, daß er zwar seine Typen I—III richtig bestimmte, denen eine Muskel tätigkeit im Bauchgebiet zur Seite geht, aber den Typus IV (den er ganz richtig gefunden hatte) wieder verwarf, der den Übergang zum Brustkorbgebiet macht, und V und VI mit ihren rein thorakalen Begleiterscheinungen überhaupt nicht entdeckte. Doch gehen wir lieber wieder zum Positiven über. Nach dem, was durch Rutz und nach ihm (in der Hauptsache wohl durch mich) beobachtet worden ist, scheint die Sache etwa so zu liegen. Sobald ein Individuum (um bei der Rede stehen zu bleiben) in Worten zu denken beginnt, tritt in seinem Zentralorgan (dem Gehirn) eine zunächst für die Einzelsituation spezifische innere Spannung (psychische Spannung) ein. Diese Spannung aber strahlt, vermittelt durch den Nervenapparat, auch auf den ge¬ samten Körper aus, und ruft daher in dessen verschiedenen Teilen zwangsweise Muskelkontraktionen (physiologische Spannungen) hervor, die in ihrer spezifischen Eigenart der spezifischen Eigenart der psychischen Grundspannung parallel gehen und mit ihr eindeutig verkoppelt sind. Insbesondere erstreckt sich die Ausstrahlung auch auf das Sprachorgan selbst, so zwar, daß sie eben auch wieder spezifisch gestaltete Sonderarten von Aktion des Stimm- und Atem apparats hervorruft: aber auch diese sind nicht von all den sonstigen Körperaktionen gleicher Situation loszulösen. Adäquate (d. h. der psychischen Grundspannung genau entspre¬ chende) und damit zugleich wieder hemmungsfreie Arbeit von Stimm- und Atemapparat ist also auch wieder nur zu erzielen, wenn die entsprechende Gesamtaktion des Rumpfes mitgeht. Diese Rumpfaktionen stufen sich nun ihrer Bedeutsamkeit nach derart gegeneinander ab, daß man Haupt- und Nebenaktionen unterscheiden kann. Jeder Hauptaktion steht dann ein besonderer Stimmtypus zur Seite, jeder Nebenaktion eine Unterart oder Variante eben dieses Typas. - Nun sind bisher nicht mehr und nicht weniger Haupt¬ aktionen und Stimmtypen gefunden worden als sechs, die wil¬ der Reihe nach beziffern. Bei I wird der Unterleib vorgewolbt, bei II zurückgezogen; bei III findet ein Druck abwärts statt; bei IV