Das Ziel des Weltprocesses und die Bedeutung des Bewusstseins. 753 erheblichere weitere Resultate erzielen, je geordnetere Zustände des Rechts und der Sitte die persönliche Willkür einengen, und je verstandesmässiger das Leben nach der Schablone trivialer Lebensklugheit von Kind auf gegängelt wird. Es gehört mit zu der Signatur des Alterns der Menschheit, dass dem Wachsthum an intellectuelle!* Klarheit nicht ein Wachsthum, sondern eine Verminderung der Energie des Gefühls und der Leidenschaft gegenübersteht, dass also der unleugbar auf jeder Stufe vor¬ handene motivirende Einfluss des bewussten Intellects auf das Gebiet des Fühlens und Wollens aus zwiefachem Grunde be¬ ständig im Zunehmen ist, bis sie im Greisenalter das entschieden dominirende wird. Auch aus diesem Gesichtspunct erscheint also die Möglichkeit nichts weniger als fernliegend, dass das pessi¬ mistische Bewusstsein dereinst zum dominirenden Motiv der Willensentscheidung werde. — Wir können diese zweite Bedin¬ gung noch dahin modiflciren, dass nicht die ganze Menschheit, sondern nur ein so grosser Theil derselben von diesem Be¬ wusstsein durchdrungen zu sein braucht, dass der in ihr wirk¬ same Geist die grössere Hälfte des in der ganzen Welt thätigen Geistes ist. Die dritte Bedingung ist eine genügende Communication unter der Erdbevölkerung, um einen gleichzeitigen ge¬ meinsamen Entschluss derselben zu gestatten. In diesem Puncte, dessen Erfüllung nur von Vervollkommnung und geschick¬ terer Anwendung technischer Erfindungen abhängt, hat die Phan¬ tasie freien Spielraum. Nehmen wir diese Bedingungen als gegeben an, so ist die Möglichkeit vorhanden, dass die Majorität des in der Welt thä¬ tigen Geistes den Beschluss fasse, das Wollen aufzuheben; es fragt sich nur noch, ob dieser Beschluss den gewünsch¬ ten Erfolg haben könne. Um dies zu entscheiden, müssen wir auf unsere Kenntnisse von der Natur des Wollens und der Motivation zurückgreifen. (Vgl. Cap. B. XI. Anfang und 4.) Es unterliegt keinem Zweifel, dass ein besonderes Wollen im Menschen, ein Begehren, Affect oder Leidenschaft unter Um¬ ständen durch den Einfluss der bewussten Vernunft für den be¬ sonderen Fall, um den es sich handelt, aufgehoben werden kann. Wenn ich z. B. mit einer That oder einem Werk nach Ehre strebe, und die Vernunft mir sagt, dass Diejenigen, nach deren Anerkennung ich geize, Narren und Dummköpfe sind, so wird y. Hart manu , Pli.il. de* Unbewussten. 3. Aufl. 48