24 Ueber den festen Aufbau des hinteren Theiles der Claves durch „Brücken“, „Wippen“, „Cylinder“ u. dgl., was in vielen Mechaniken vorkommt, möchten wir bemer¬ ken, dass uns derselbe um so mehr anwidert, je höher er ist, und warum? Weil mit dessen zunehmender Höhe die Reibung am Berührungspunkte mit dem Gliede (Stösser- brticke, auch kurzweg Hebel genannt), auf welchem die Stosszunge angebracht ist, grösser wird. Natürlich. Der hintere Theil einer Clavis bildet den Radius eines Kreises, resp. Kreisausschnittes (der vordere be¬ greiflich auch), dessen Mittelpunkt sich im Waagebalkenstifte befindet. Durch den Niederdruck der Taste macht der An¬ griffspunkt (überhaupt jeder Punkt) eine peripherische Be¬ wegung nach oben. Dieser Punkt nun, bei welchem der Aufbau angreift resp. stösst, bewegt sich demnach nicht genau vertical auf¬ wärts, sondern macht eine, allerdings kleine, kreisförmige Bewegung, also nach oben und gleichzeitig etwas nach vorn. Dadurch wird nun der Angriffspunkt zu einer An¬ griffslinie, die um so länger wird, je höher der feststehende Aufbau auf der Clavis ist, und da derselbe in der Regel eine senkrechte Stellung hat (z. B, bei Cylindern), so be¬ schreibt der oberste Punkt eine grössere Peripherie, als der senkrecht unter ihm liegende Punkt auf der Clavis selbst und weicht daher um so mehr von der vertikal aufsteigen- den Richtung ab, je höher er über der Clavis steht, und desto länger wird die Reibungsfläche. Diese Reibung kann nicht nur Zischen, Girren, Pfeifen verursachen, sondern nutzt auch den Tuch- oder Filzbesatz vor der Zeit ab und veranlasst Stösser- oder Schnabelluft. Je höher ein Pianino ist, desto höher kommen natür¬ lich die Hämmer zu stehen und folglich müssen die soge¬ nannten Stösserbrücken Verlängerung nach unten durch Ab¬ strakten bekommen, oder die Claves einen Aufbau erhalten, auch können sich beide auf dem Wege begegnen. Durch jene Verlängerung nun, die entweder hängt, oder in Char- nieren geht, senkrechte Stellung und daher auch vertikale Bewegung haben kann, ist die Möglichkeit geboten, dass der Angriffspunkt sich ganz unten auf der Clavis befindet. Beim Niederdruck der Tasten ist dadurch die Reibung am