23 egalisirt, dass er in dem Momente spürbar wird, wenn die Auslösung gerade stattgefunden hat, lässt der andere die Taste dann noch einen kleineren oder grösseren Weg machen, bis sie zum Aufliegen kommt. Beide Manieren haben ihre Vor- und Nachtheile. Im ersten Falle haben die Häm¬ mer etwas weniger Wucht beim Anschläge, aber die Spiel¬ art ist flüssiger, sanfter; hingegen ist nicht ausgeschlossen, dass, wenn der Auflagestoff (die Muscheln) in Folge Tem- paraturwechsel oder Feuchtigkeit aufquillt, die Auslösung sich dann nicht immer sicher vollzieht und die Hämmer an den Saiten tanzen, was höchst unangenehm ist. Unter normalen Verhältnissen wird die Spielart sich aber nur in so weit verändern, als der Auflagestoff mit der Zeit etwas zusammengepresst und der Nachdruck dadurch tiefer wer¬ den kann. Im anderen Falle hingegen, also bei tiefem Nach¬ druck an neuen Instrumenten, sind eigentliche Störungen in der Auslösung weniger zu befürchten, jedoch hat die feinfühlige Hand des Spielers die Empfindung eines gewissen „Knickens“ in den Fingerspitzen, welches dann noch spürbarer wird, wenn die Hammernuss, da wo der Stösser angreift, mehr oder weniger scharfwinklig ist und das kleine Filzstückchen, auf welchem derselbe ruht, zudem noch etwas tief liegt. Der Spielende gleicht dem Wanderer, der über Geröll hinschreitet, Es ist ganz selbstverständlich, dass dieser an und für sich tiefe Nachdruck mit den Jahren aus oben angeführtem Grunde noch tiefer und geradezu unausstehlich werden kann. Das Richtige liegt wohl in der Mitte. Das heisst, wenn die Auslösung sich vollzogen hat, so mag die Taste noch ein ganz kleines Stückchen Weg zurücklegen, bis sie zum Aufliegen auf die Muschel, resp. hintere Nachdruckleiste kommt. Wie klein oder wie gross dieser Weg sein soll, lässt sich nicht mathematisch genau bestimmen und muss dem Gefühl des Claviermachers überlassen bleiben. Es hängt auch keine ganze Welt davon ab und nicht 2 Procent aller Spielenden sind sich der Sache klar bewusst. Bei der fach¬ männischen Benrtheilung eines neuen Instrumentes darf aber dieser Punkt seiner Wichtigkeit halber nicht ausser Acht gelassen werden.