10 lässt, so ist die Zerstörung benannter Tlieile eine bestän¬ dige. Daher sollte jedes Piano von Zeit zu Zeit nachge- sehen, adjustirt und egalisirt werden. Wenn es immer drauf los gebraucht wird, geht es rascher der Entwerthung ent¬ gegen. 6. Hat es auffallend veränderte Spielart, namentlich tiefen Tastenfall bekommen, so ist Hundert gegen Eins zu wetten, dass Motten ihr Zerstörungswerk an den Filzunter¬ lagen begonnen haben. Auch Mäuse können dadurch ihren angeborenen Hang nach musikalischen Schlupfwinkeln ver- rathen. In diesem Falle ist gründliches Nachsehen noth- wendig, das aber von einem Sachverständigen vorgenommen werden soll, der im Stande ist, den angerichteten Schaden an den zerfressenen Bestandteilen richtig gut zu machen. 7. Viele decken ihre Instrumente mit dicken Tüchern zu und halten sie immer geschlossen. Dies ist ganz ver¬ kehrt. Die eingeschlossene Luft im Innern soll fleissig durch frische, trockene erneuert werden und daher ist es rathsam, die Clavierdeckel öfter stundenlang offen zu halten. 8. Es ist empfehlenswerth, den Staub aus dem Innern von Zeit zu Zeit mittelst eines Blasebalges auszublasen, denn gerade jener begünstigt die Reibung. Wenn während des Ausblasens mit der Spitze des Blasebalges zufällig etwa ein Theilchen der Mechanik zerbrochen wird, so ist mit Sicherheit anzunehmen, dass dies dem Ausbläser ein zweites Mal nicht wieder passirt! 9. Wer ein schlechtes Clavier besitzt, der ärgere sich nicht lange damit, entferne es und kaufe ein gutes — wenn er Geld hat. Wenn ihm aber dieses nicht hinreichend zu Gebote stellt •— nun ja! so kaufe er sich „auf dem nicht mehr ungewöhnlichen Wege“ dennoch ein neues.