Cap. 14. und Schlussbemerkungen. B65 ordentlichsten Art und Weise bei gewissen Gehirnkrankheiten, be¬ sonders beim Beginne der entzündlichen Gehirnerweichung, und ist das „Echo-Symptom“ genannt worden. Die in dieser Art affi- cirten Patienten ahmen ohne jedes Verständniss jede ihnen vorge¬ machte absurde Geberde und jedes Wort nach, welches in ihrer Nähe, selbst in einer fremden Sprache geäussert wird l. Was die Thiere betrifft, so haben der Schakal und der Wolf in der Ge¬ fangenschaft das Bellen des Hundes nachahmen lernen. Auf welche Weise das Bellen des Hundes zuerst gelernt worden ist, welches verschiedene Gemüthserregungen und Begierden auszudrücken dient und welches deshalb so merkwürdig ist, als es erst erlangt wor¬ den ist, seitdem das Thier domesticirt worden ist, und als es von verschiedenen Rassen in verschiedenem Grade vererbt wird, wissen wir nicht; könnten wir aber nicht vermuthen, dass die Nachah¬ mung bei seiner Erlangung etwas zu thun gehabt hat, insofern nämlich die Hunde lange Zeit in enger Association mit einem so gesprächigen Thiere wie der Mensch eines ist gelebt haben? Im Verlaufe der vorstehenden Bemerkungen und durch dieses ganze Buch habe ich häufig eine bedeutende Schwierigkeit in Be¬ zug auf die gehörige Anwendung der Ausdrücke Willen, Bewusst¬ sein und Beabsichtigung empfunden. Handlungen, welche anfangs willkürlich sind, werden bald gewohnheitsgemäss und zuletzt erb¬ lich, und dann können sie selbst im Gegensatz zum Willen aus¬ geführt werden. Obschon sie häufig den Seelenzustand verrathen, so wurde doch dieses Resultat anfangs weder beabsichtigt noch erwartet. Selbst solche Worte, wie dass „gewisse Bewegungen „ als Mittel des Ausdrucks dienen “ können leicht irre leiten, da sie den Gedanken einschliessen, dass dies ihr ursprünglicher Zweck war. Dies scheint indessen nur selten oder niemals der Fall ge¬ wesen zu sein ; die Bewegungen sind entweder anfänglich von irgend einem directen Nutzen gewesen, oder sie sind die indirecte Wir¬ kung des gereizten Zustandes des Sensorium. Ein kleines Kind kann entweder absichtlich oder instinctiv schreien, um zu zeigen, 1 siehe die interessanten von Dr. Bateman über „Aphasie“ mitge- theilten Thatsachen, 1870, p. 110.