Cap. 11. Bejahung und Verneinung. 283 „mit Ausnahme des Zeigefingers eingebogen sind) nach abwärts „und auswärts vom Körper eine Curve beschreiben, während die „Verneinung durch eine Bewegung der offenen Hand nach aus¬ wärts mit der Handfläche nach innen gekehrt ausgedrückt wird.“ Andre Beobachter geben an, dass das Zeichen der Bejahung bei diesen Indianern ein Erheben des Zeigefingers ist, welcher dann gesenkt und nach dem Boden gerichtet wird, oder die Hände werden gerade nach vorn von dem Gesichte aus bewegt. Das Zeichen der Verneinung ist dagegen ein Schütteln des Fingers oder der ganzen Hand von einer Seite zur andern 26. Diese letz¬ tere Bewegung stellt wahrscheinlich in allen Fällen das seitliche Schütteln des Kopfes dar. Die Italiener sollen in gleicher Weise den aufgehobenen Finger von rechts nach links bewegen als Zeichen der Verneinung, wie es in der That auch zuweilen Eng¬ länder thun. Im Ganzen finden wir eine beträchtliche Verschiedenheit in ■m den Zeichen der Bejahung und Verneinung bei den verschiedenen Menschenrassen. Wenn wir in Bezug auf die Verneinung anneh¬ men, dass das Schütteln des Fingers oder der Hand von einer Seite zur andern ein symbolischer Ausdruck für die seitliche Be¬ wegung: des Kopfes ist, und wenn wir ferner annehmen, dass die plötzliche Bewegung des Kopfes nach hinten eine der häufig von kleinen Kindern ausgeübten Handlungen darstellt, wenn sie Nah¬ rung verweigern, so findet sich eine bedeutende Einförmigkeit über die ganze Erde in den Zeichen der Verneinung, und wir können auch sehen, wie sie entstanden sind. Die am schärfsten ausgesprochenen Ausnahmen werden von den Arabern, Eskimos, einigen australischen Stämmen und den Dyaks dargeboten. Bei den letzteren ist ein Stirnrunzeln das Zeichen der Verneinung, und auch bei uns begleitet ein Stirnrunzeln häufig ein seitliches Schütteln des Kopfes. In Bezug auf das Nicken als Zeichen der Bejahung sind die Ausnahmen im Ganzen noch zahlreicher, nämlich bei manchen 26 Lubbock, The Origin of Civilisation, 1870, p. 277. Tylor a. a. 0. p. 38. Lieber (a. a. 0. p. 11) erwähnt das Zeichen der Verneinung bei Italienern.