270 Ausdruck des Stolzes. — Hilflosigkeit. Cap. 11. vorhin beschriebenen um die Nasenlöcher oder die Lippen herum. Der Muskel, welcher die untere Lippe umwendet, ist daher der Musculus superbus genannt worden. In einigen Photographien von Patienten, die an der Monomanie des Stolzes litten und die mir Dr. Chrichton Browne geschickt hat, wurde der Kopf und der Körper aufrecht getragen und der Mund fest geschlossen. Diese letztere Thätigkeit, die für die Entschiedenheit ausdrucks¬ voll ist, ist, wie ich vermuthe, eine Folge davon, dass der stolze Mensch vollständiges Selbstvertrauen in sich fühlt. Der ganze Ausdruck des Stolzes steht in directem Gegensätze zu dem der Demuth, so dass hier von dem letzteren Seelenzustande nichts weiter gesagt zu werden braucht. Hülflosigkeit. Unfähigkeit: Zucken mit den Schul¬ tern. — Wenn Jemand auszudrücken wünscht, dass er etwas nicht thun, oder nicht verhindern kann, dass etwas geschehe, so erhebt er oft mit einer schnellen Bewegung beide Schultern. Wenn die ganze Geberde vollkommen ausgeführt wird, so biegt er zu derselben Zeit seine Ellenbogen dicht nach innen, erhebt seine offnen Hände und dreht dieselben nach auswärts mit auseinander gespreizten Fingern. Häufig wird der Kopf etwas nach einer Seite gewendet, die Augenbrauen werden erhoben, was dann wie¬ der Falten quer über die Stirn verursacht. Allgemein wird dabei der Mund geöffnet. Ich will hierbei noch erwähnen, um zu zei¬ gen, wie unbewusst die Gesichtszüge hier beeinflusst werden, dass, obschon ich häufig absichtlich mit meinen Schultern gezuckt hatte, um zu beobachten, wie sich meine Arme stellen würden, ich doch durchaus mir dessen nicht bewusst wurde, dass meine Augenbrauen gehoben und mein Mund geöffnet wurde, bis ich mich selbst im Spiegel betrachtete; und seit der Zeit habe ich dann dieselben Bewegungen auch auf den Gesichtern andrer Leute bemerkt. In den beistehenden Fig. 3 und 4 auf Tafel VI. hat Mr. Bejlander mit vielem Erfolge die Geberde des Zuckens mit den Schultern dargestellt. Engländer sind im Ganzen viel weniger demonstrativ als die Menschen der meisten andern europäischen Nationen es sind, und