Cap. 5. Hand. 123 Ich habe im zweiten Capitel die Gangart und die äussere Erscheinung eines Hundes in gemüthlicher Stimmung beschrieben und den auffallenden Gegensatz erwähnt, den dasselbe Thier dar¬ bietet, wenn es niedergeschlagen und enttäuscht ist, wobei der Kopf, die Ohren, der ganze Körper, der Schwanz und das Maul herabsinken und die Augen matt werden. Bei der Erwartung irgend eines grossen Vergnügens hüpfen und springen die Hunde in einer extravaganten Manier umher und bellen vor Freude. Die Neigung, in diesem Seelenzustande zu bellen, wird vererbt oder ist Eigenheit der Kasse. Windspiele bellen selten, wogegen die Spitzhunde so unablässig beim Ausgehen zu einem Spazier¬ gange mit ihren Herren bellen, dass sie geradezu störend werden. Der äusserste Schmerz wird von Hunden in nahezu derselben Weise ausgedrückt, wie bei vielen andern Thieren, nämlich durch Heulen, Winden und Zusammenziehen des ganzen Körpers. Aufmerksamkeit wird gezeigt durch Erhebung des Kopfes mit aufgerichteten Ohren, wobei die Augen intensiv auf den Ge¬ genstand oder die Seite, worauf sich die Beobachtung lenkt, ge¬ richtet werden. Ist es ein Laut, dessen Quelle nicht bekannt ist, so wird der Kopf häufig schräg von einer zur andern Seite in einer äusserst bezeichnenden Art und Weise gewendet, allem An¬ scheine nach, um mit grösserer Genauigkeit zu beurtheilen , von welchem Punkte der Laut ausgeht. Ich habe aber einen Hund gesehen, der über ein neues Geräusch sehr überrascht war und seinen Kopf in Folge der Gewohnheit nach der einen Seite hin¬ drehte, obschon er die Quelle des Geräusches deutlich wahrnahm. Wenn die Aufmerksamkeit der Hunde in irgend einer Weise er¬ regt wird, während sie irgend einen Gegenstand beobachten oder auf irgend einen Laut aufmerken, so heben sie, wie früher be¬ merkt wurde, häufig die eine Pfote in die Höhe (Fig. 4, S. 44) und halten dieselbe oben, als wenn sie sich langsam und ver¬ stohlen annähern wollten. Bei extremem Erschrecken wirft sich ein Hund nieder, heult und entleert seine Excretionen ; das Haar wird aber, wie ich glaube, nicht aufgerichtet, wenn nicht etwas Zorn dabei em¬ pfunden wird. Ich habe einen Hund gesehen, der über eine Musik-