sowie auf die Gefühlslehre. 19 weichbar sich darbietet. Ja vollends, wenn es sieh definitiv bestätigen sollte, dass in den Hinterhömern des Rückenmarks Achsencylinder gar nicht nnd nur Protoplasmafortsätze Vor¬ kommen, so dürfte das nur eine weitere Bestätigung jener Theorie enthalten, da ja nach derselben die sensibeln Nerven in die peripherische Region einmünden müssten. Doch dergleichen mag der Physiologie überlassen bleiben. Es versteht sich von selbst, dass mit dieser Theorie das letzte Wort in der Sache noch nicht gesprochen ist. So scharf¬ sinnig auch z. B. die Erscheinung der „Hemmungen“ mit der¬ selben combinirt ist, so möchte ich doch bezweifeln, ob die centralen Hemmungen*) ganz und gar hieraus abzuleiten, ob hier nicht noch andere Ursachen, z. B. das Princip der Kongestion der Säfte nach der am stärksten gereizten Stelle und selbst mehr oder minder bewusste Willensaktionen, zur Erklärung herbeizuziehen seien. Wie es nun aber auch in diesem und vielleicht in manchem anderen Punkte mit der specielleren Durchführung der Theorie sich verhalten mag, in ihren Grundlagen, d. h. in ihrer Auffassung der chemischen Minimal-Processe und der molecularen Vorgänge in der Nervenfaser, dürfte sie wohl als ziemlich zuverlässig anzusehen sein. Und dies ist der Punkt, der bei dem Versuche einer physiologischen Begründung der Gefühlslehre hauptsächlich ins Auge zu fassen sein dürfte. Hier bieten sich so augen¬ scheinliche, gleichsam mit Gewalt sich aufdrängende An¬ knüpfungspunkte für die psychologische Deutung des phy¬ siologischen Schemas dar, dass die leichte Anwendbarkeit sogar eine Warnung vor zu schneller Hingabe an dieselbe in sich schliesst. Nur eine gründliche Analyse der Gefühle in ihren wechselnden Phasen und nur in so weit sie wirkliche Uebereinstimmung mit den molekularen Vorgängen des Nervenprocesses ergiebt, würde dazu berechtigen, auf Grund der letzteren eine physiologische Gefühlstheorie auszubilden. Vergl. Thl. I. S. 124 f. 2*