Das assoziative Streben. 217 weckt, in den Zusammenhang dieser Vorstellungen eingeordnet, und in diesem Zusammenhang, oder von ihm, assimiliert, kurz innerlich verarbeitet, und ihr die Bedeutung angewiesen wird, die ihr im Ganzen eines solchen Zusammenhanges naturgemäß zukommt. Das assoziative Streben. Unter dem assoziativen Streben verstehen wir das Streben des Fortganges von Einem, oder um dieses Einen willen, zu einem An¬ deren am Leitfaden der Assoziation. Wir sahen schon, daß in diesem »Um-willen« ein eigenartig neues Bewußtseinserlebnis, genauer ein neues Gefühlserlebnis liegt, das zugleich ein eigenartiges psycho¬ logisches Relationserlebnis ist. Vgl. S. 140 f. Das assoziative Streben ist allemal ein Perzeptions- oder ein Apperzeptionsstreben. Und es ist im ersteren Fall ein Vorstellungs¬ oder ein Wahrnehmungsstreben. Es fällt demnach im Grund unter die beiden vorhin bezeichneten Arten des Strebens. Aber es ist aus¬ gezeichnet durch jenes eigentümliche »Von-nach« oder »Um-willen«. Damit ist zugleich gesagt, daß beim reinen Perzeptions- oder Apper¬ zeptionsstreben, von welchem vorhin die Rede war, nur an das Streben nach Perzeption oder Apperzeption überhaupt, ohne diese nähere Bestimmung gedacht war. Das assoziative Streben ist verschiedener Art, je nachdem die dabei wirksame Assoziation oder Einheitsbeziehung eine apriorische Einheitsbeziehung, oder eine Erfahrungsassoziation, oder eine Asso¬ ziation der Gleichartigkeit ist. Im ersten dieser drei Fälle ist das Streben ausschließlich apperzeptiv. Ich finde mich etwa von der Apperzeption der Farbe eines Gegenstandes hingedrängt zur Apper¬ zeption der Form, oder strebe von der Betrachtung jener zur Be¬ trachtung dieser hin. Ein auf Erfahrungsassoziation beruhendes assoziatives Streben ist erstlich das Besinnen: Ich besinne mich etwa auf den Namen eines Menschen, den ich sah. Zweitens das erfahrungs¬ gemäße Erwarten: Ich erwarte, indem ich die Pistole losdrücken sehe, einen Knall zu hören. Drittens das assoziative Apperzeptions- streben. Ich wende mich mit einem Gefühle des Strebens von der Apperzeption oder Betrachtung der Beschaffenheit eines Baumes