Empirische Wahrscheinlichkeitsurteile. 153 des objektiven Gewichtes, absolut untergeordnet. Dies nimmt jenes in sich auf, um es in sich völlig zu verschlingen, d. h. zu negieren. Die Resultante aus dieser eigenartigen, absolut unterordnenden Ver¬ schmelzung ist eben das — in sich selbst durchaus einfache — Be¬ wußtsein der Ungültigkeit. * Dabei ist doch noch Eines vorausgesetzt. Dies Ungültigkeits¬ bewußtsein ist auf den Inhalt der negierten Forderung bezogen. Dies besagt, daß in jener Einheitsapperzeption subjektiv dies Negierte übergeordnet oder zum Schwerpunkt der Apperzeption ge¬ macht ist. Gesetzt, ich verhalte mich entgegengesetzt, d. h. betone apperzipierend den Inhalt der negierenden Forderung, so ge¬ winne ich vielmehr das Bewußtsein der gegen eine mögliche Gegen¬ forderung sich behauptenden Gültigkeit. So entsteht mir, wenn ich einen Baum sehe, der nicht belaubt ist, das negative Urteil, er sei nicht belaubt, wenn ich die Möglichkeit des Belaubtseins von Bäumen zum apperzeptiven Schwerpunkt mache. Dagegen gewinne ich das positive Bewußtsein, er sei so, wie er ist, und dadurch sei das Belaubtsein ausgeschlossen, wenn ich das, was ich sehe, in den Vordergrund der Apperzeption rücke. Man könnte Urteile der letz¬ teren Art speziell als »affirmative« bezeichnen. Empirische Wahrscheinlichkeitsurteile. Neben dieser Möglichkeit, daß einer bedingten Forderung eine unbedingte negierend gegenübersteht, besteht aber die andere: Die Forderung sowohl, als die Gegenforderung sind bedingte. Hier er¬ gibt sich, solange beide, die Forderung und die Gegenforderung, nur einfache, gradlose Möglichkeitsforderungen sind, oder falls ihr logisches Gewicht, d. h. ihre Wahrscheinlichkeit gleich ist, aus der »antithetischen« Verschmelzung das Urteil der neutralen Möglichkeit des einen und des anderen Urteils, oder das Bewußtsein der logischen Indifferenz. Es braucht nicht wiederholt zu werden, daß eine bedingte Forderung jederzeit nur die Forderung eines all¬ gemeinen, d. h. nicht in jeder Hinsicht determinierten Gegenstandes sein kann. Ist dagegen das logische Gewicht der Forderungen verschieden, so wird das Bewußtsein der Indifferenz zum Bewußtsein der