6 Grundlegung. anerkennen. Das kausale Denken führt also seiner Natur nach über die Bewußtseinserlebnisse hinaus. Es liegt im Sinne der Kausalbeziehung, daß sie nicht Beziehung zwischen Bewußtseins¬ erlebnissen als solchen sein kann. — Der Sinn dieses Satzes wird später deutlicher werden. ' Dennoch besteht die Forderung der kausalen Verknüpfung auch der Bewußtseinserlebnisse oder Bewußtseinsphänomene. Aber diese kann nun eben nur geschehen durch ein objektiv Wirkliches, oder ein Reales hindurch, d. h. nur so, daß die Bewußtseinserlebnisse ihrerseits an ein Reales geknüpft werden. Die kausale Verknüpfung von Bewußtseinserlebnissen ist m. a. W. nichts anderes, und kann nichts anderes sein, als die kausale Verknüpfung eines Realen, das ihnen zugrunde gelegt wird, oder als dessen »Erscheinungen« sie gedacht werden. Man beachte hier, daß auch der Physiker auf seinem Gebiete die Kausalbeziehungen nicht zwischen demjenigen knüpft, was er in der sinnlichen Wahrnehmung unmittelbar vorfindet. ’ Ich empfinde etwas, das ich Blitz, und etwas anderes, das ich Donner nenne, und ich nehme unmittelbar eine zeitliche Aufeinanderfolge beider wahr. Und nun statuiere ich einen Kausalzusammenhang. Aber nicht zwischen diesen Erscheinungen, : so wie ich^ sie unmittelbar finde, sondern zwischen einem von ihnen verschiedenen, aber in ihnen mitgedachten Realen. Dasselbe ist in diesem Fall ein be¬ stimmt geartetes mechanisches Geschehen. Erst im Gegensatz zu diesem Realen heißt das Empfundene ein physisches »Phänomen«, oder eine^physische »Erscheinung«. v So besteht die Herstellung des Kausalzusammenhanges zwischen den Erscheinungen überall in der Physik in der Herstellung eines Kausalzusammenhanges zwischen einem von ihnen verschiedenen Realen, das in den Erscheinungen gedacht oder mitgedacht wird. Die Plerstellung jenes Zusammenhanges schließt das Denken dieses Realen, d. h. dieses unabhängig vom Bewußtsein Daseienden, notwendig in sich. Alles physikalische Erklären besteht in der Verwandlung des unmittelbar gegebenen Zusammenhanges der Erscheinungen in einen Kausalzusammenhang des darin erscheinenden oder den Er¬ scheinungen »zugrunde liegenden« Realen. Das Reale wird gedacht, oder die Erscheinungen werden in dasselbe umgedacht, so wie es