106 Erster Abschnitt. Uber das Wesen der Tiefemvahrnehmung. miteinbeziehen, so lehrt ein Überblick über unsere Beobachtungen, dafs es immer dieselben Faktoren sind, oder genauer, dafs es immer derselbe Faktor ist, welcher ein Undeutlicher- bzw. Deutlicher¬ werden des Tiefeneindrucks herbeiführt. Wir werden diese offen¬ kundige Verkettung von Undeutlichkeit des Tiefeneindrucks (im engeren Sinne) einerseits und Ausfall des Zwischenmediums ander¬ seits, — eine Verkettung, die uns an den verschiedensten Stellen unserer Untersuchung immer wieder begegnet — auch nicht als eine Unbegreiflichkeit hinzunehmen haben, vielmehr wird uns an einer späteren Stelle unserer Untersuchung jene Zusammen¬ gehörigkeit und Verkettung verständlich werden (6. Kap.). — Ordnen wir jetzt einmal die verschiedenen Beobachtungs¬ fälle in eine Reihe, indem wir mit denjenigen Fällen beginnen, bei denen der Tiefeneindruck am undeutlichsten ist, bzw. regel- mäfsig fehlt, und indem wir dann die übrigen in einer solchen Reihenfolge nachfolgen lassen, dafs in jedem einzelnen der Fälle der Tiefeneindruck deutlicher ist als im vorhergehenden ! An den Anfang zu setzen ist der Fall, dafs die Fäden im Dunkeln unter dem Einflufs einer besonders darauf gerichteten Willensintention „starr“ angesehen werden. In diesem Falle schienen die Fäden bei beiden Vpn. ganz oder annähernd in einer Ebene zu liegen (S. 93; 98). — Da sich in dem Augenblick, in welchem das ungezwungene Verhalten im Dunkeln durch absicht¬ liches „Anstarren“ ersetzt wird, die Gestalt des Beobachtungs¬ objektes, wofern sie vorher noch prismatisch war, regelmäfsig der Ebene annähert, so bewegen wir uns sicher in aufsteigender Reihe, wenn wir jetzt den Fall des ungezwungenen Verhaltens im Dunkeln folgen lassen. Unserem Vorsatz, in auf steigender Reihenfolge vorzugehen, bleiben wir treu, wenn wir nun zu dem Falle des absichtlich wandernden Blickes im Dunkeln übergehen; denn in diesem Falle ist bei der Vp. M. der Tiefenabstand zwischen dem Mittelfaden und der Ebene der Seitenfäden stets gröfser als bei ungezwungenem Verhalten (S. 94), und bei der Vp. K. taucht das Zwischen¬ medium, welches im Falle des ungezwungenen Verhaltens ganz fehlt, bei absichtlich wanderndem Blick für Momente auf (S. 98) — Das Prinzip der aufsteigenden Reihenfolge fordert nunmehr den • • __ __^ Übergang zu dem Fall, in welchem sich die Vp. bemüht, das im Dunkeln ungezwungenerweise auftretende Verhalten im Hellen beizubehalten, d. h. — nach unseren obigen Darlegungen — die