336 Der Werth des Sinnlich-Angenehmen. Greis findet an ihm eine milde Ableitung von der Spannung des Denkens. 5. Endlich vermitteln die sinnlichen angenehmen Elemente eines Schönen die Möglichkeit, dass sein Genuss schnell wiederholt werden kann. In dem Musikstück wird nicht allein das Thema mit geringen Veränderungen oft wiederholt, sondern auch die einzelnen Perioden und ganze Theile werden Note für Note repetirt. In der Dichtkunst würden solche Wiederholungen unmöglich sein. Ihr Auftreten in der Musik beruht nicht blos auf dem schwerem Erfassen des musikalischen Bildes an sich, sondern auch auf dem Reiz der in ihr überwiegend auf¬ tretenden sinnlichen Elemente. Auch wenn man die Bedeutung des Musikstücks völlig erfasst hat, hört man dennoch gern von Neuem den süssen Wohllaut, den farbigen Wechsel der Klänge und die hohe Pracht der Harmonie, womit das Musikstück sinnlich umkleidet ist. Druck von J. Drfiger’a Buchdruckerei (C. Feicht) in Berlin.