Verlag von Leopold Voss ln Leipzig Theodor Lipps Die ethischen Grundfragen Zehn Vorträge, teilweise gehalten im Volkshochschulverein zu München. Vierte, mit der zweiten übereinstimmende Auflage. IV, 327 Seiten. 1922. Gebd. G.Z.*) 7. Schweiz. Fr. 7.20. Hamburger Fremdenblatt : Es ist eine Freude, ein Buch zur Belehrung über die für das praktische Leben so überaus wichtigen ethischen Probleme in die Hand zu bekemmen, das mit gründlicher, systematischer Behandlung des Stoffes Klarheit, Allgemeinverständlichkeit und Be¬ zugnahme auf alle aktuellen Fragen verbindet. Es ist diesem Buche wohl zustatten gekommen, daß es aus Volkshochsch ul vortragen hervorgewachsen ist. Es eignet sich daher nicht nur für Lehrer und Gelehrte, denen es gleichwohl mit bestem Gewissen empfohlen werden kann, sondern wird auch in der breiteren Masse der Gebildeten, ja des Volkes, dankbare Leser finden. Wer dennoch meint, es nicht fertig zu bringen, sich in die ethischen Grundfragen, die das eigentliche Thema bilden, zu verliefen, wird sich wenigstens durch die Stellen fesseln lassen, wo der Ver¬ fasser so naheliegende Gegenstände, wie den Alkoholmißbrauch, den Wert der humanistischen Bildung, Geschlechtsliehe und Ehe, Beruf und Bildungsfähigkeit der Frau, Patriotismus und Königtum behandelt. Vielleicht wird er sich doch lockon lassen, von da aus in die Erörterungen der Prinzipien einzudriDgen. Grundzüge der Logik. Dritte unveränderte Auflage, VI, 233 S. Erscheint Anfang 1923. Zeitschrift für Philosophie: Lipps betont in der Vorrede, daß „jedes Wort des Buches wohl bedacht“ sei. Wäre damit gemeint, daß der Verfasser bestrebt war, seine Darstellung überall auf einen möglichst hohen Grad von Klarheit und Folgerichtigkeit zu bringen, so würde das nur eine Forderung sein, die jedes wissenschaftliche Werk erfüllen soll. Man muß aber hin¬ zufügen: jedes Wort, oder besser jede einzelne Frage, die in dem Buche behandelt wird, ist bis in ihren innersten Kern hinein selbständig durchdacht. Auch da, wo der Verfasser mit bestehenden Ansichten übereinstimmt, bemerkt man sofort, daß er sie nicht einfach wiedergibt, wie er sie vorfindet; er sucht sie mit eingehender Kritik bis in ihre letzten Elemente aufzulösen und dann nach seiner eigenen Methode wieder zusammenzufügen, so daß auch solche Stellen das Gepräge seiner Individualität tragen. WüNDT, WILHELM, Vorlegungen über die Menschen- und Tierseele. 7. u. 8. Auflage. XVI, 579 S. mit 53 Abbildungen. 1922. Brosch. G.Z.*) 11. Gebd. GZ*) 15. Brosch. Schweiz. Fr. 12.—. Gebd. Fr. 16.— Naturwissenschaftliche Rundschau. In diesem Werke beabsichtigt der Verfasser eine populäre Darstellung üer hauptsächlichsten Ergebnisse und Anschauungen der neueren experimen¬ tellen Psychologie zu geben. Daß ihm, dem allseitig anerkannten Führer in diesem Wissens¬ gebiete, dies in meisterhafter Weise gelungen ist, bedarf wohl keiner weiteren Erörterung. Den gewaltigen Stoff, den uns Wundt darbietet, hat er dergestalt angeördnet, daß er zuerst die ein¬ fachsten Erscheinungen des m-nschlichen Seelenlebens, die Grundlage des psychischen Geschehens, erörtert und dann die seelischen Lebensäußerungen der Tiere darlegt, um schließlich einige all¬ gemeinere psychologische Probleme zu erläutern. Die Lektüre des Wundtschen Werkes ist ein ästhetischer Genuß; die Darstellungsweise klar und leicht verständlich, so daß jeder Gebildete imstande ist, der Gedankenentwicklung zu folgen. PREYER, W., Zur Psychologie des Schreibens. Mit besonderer Rücksicht auf in¬ dividuelle Verschiedenheiten der Handschriften. 2. Auflage. Mit einer Ergänzung von Dr. Th. Prey er. VI, 256 S. mit mehr als 200 Schriftproben im Text nebst 14 Diagrammen, 10 Tafeln und einem Schriftkompaß auf Pauspapier. 19' ;. Brosch. G.Z.*) 10. Gebd. G.Z.*) 13. Brosch. Schweiz. Fr. 9.60. Gebd. Fr. 12.— Frankfurter Zeitung. Das Werk ist so angelegt, daß zuerst eine Analyse der Schriftzeichen überhaupt nach ihren Oruudelementen und weiterhin den Elementen, die die Verschiedenheit der Handschriften ausmachen, gegeben wird. Sodann wird, erläutert durch viele Schriftproben, die psychologische Bedeutung der individuellen Merkmale der Schrift entwickelt. Wenn auch in der Graphologie die intuitive Einfühlung immer eine Rolle spielen wird und daher auch der ernsthafte Dilettantismus sein Recht behält, so ist doch den Liebhabergraphologen, die tiefer in die Zu¬ sammenhänge eindriogen wollen, die Durcharbeitung dieses Systems sehr zu empfehlen. *) Der deutsche Verkaufspreis wird errechnet durch Multiplikation der Grundzahl (G-Z.) mit der jeweilig vom Börsenverein und vom Deutschen Verlegerverein festgesetzten Schlüsselzahl.