116 Der Vorstellungsgehalt. Ich müfste also, um Fechners Ansicht mit der meinigen in Uebereinstimmung zu bringen, vor allem folgende Aen- derung eintreten lassen. Statt den ästhetischen Vorstellungs¬ gehalt in einen directen und einen associativen einzutheilen, müfste ich sagen: aller Gehalt ist associativ entstanden; innerhalb dieser associativen Thätigkeit läfst sich aber die Association mit Vorstellungen gleicher Art und die mit Vorstellungen verschiedener Art unterscheiden. Doch es ist leicht einzusehen, dafs diese Unterscheidung zu schwankend und unbestimmt wäre. Wenn die Verschiedenartigkeit nur auf eine andere Species hindeuten soll, so ist damit so gut wie nichts gesagt;. soll sie dagegen ein völliges Anderssein be¬ zeichnen, das gar nicht mit dem gegebenen Gegenstand zu¬ sammenhängt, so wäre damit das Bereich der Associationen und daher auch das des Gehaltes überhaupt überschritten. Es scheint mir daher, dafs mit „Verschiedenartigkeit“ und „Gleichartigkeit“ der Associationen nur zwei Grenzpunkte des Gehaltes angegeben sind, dafs also der Gehalt nicht entweder von völlig gleicher oder von absolut verschiedener Art zu sein braucht, sondern vielmehr das ganze Gebiet ausfüllt, welches durch die Ausdrücke Gleichartigkeit und Verschiedenartigkeit blofs umschrieben wird. Der Vorstel¬ lungsgehalt wird sich in Folge dessen so ordnen lassen, dafs man von der einen Grenze, wo Association und Gegenstand nur lose und zufällig zusammengefügt sind, zu einer immer näheren Beziehung beider fortschreiten kann. Eine derartige Anordnung wird für den ästhetischen Gehalt offenbar auch eine aufsteigende Linie ästhetischer Wert he