488 grossem Leitungsfähigkeit empfehlen sich Kupferdrähte vor allen anderen; Eisendrähte müssen ohngefähr die vierfache Stärke der Kupferdrähte haben, um Dasselbe zu leisten. Die Stärke der Drähte muss mit der Entfernung im geraden und kann mit der Stärke des erregten Stromes im umgekehr¬ ten Verhältnisse stehen. Werden die Drähte durch die Luft geführt, so genügt es vollkommen, sie einmal mit gutem Bernstein-Firniss zu über¬ ziehen ; angestellten Versuchen zufolge isoliren sie so sogar bei ganz feuchter Witterung und Regenwetter. Werden die Drähte, was bei Aus¬ führung im Grossen vollkommen nothwendig scheint, in die Erde gelegt, so ist es wünschenswerth, dass sie auf bewachtem Boden liegen, weshalb sich der Grund und Boden der Eisenbahnen vorzüglich zu Einlegung der¬ selben zu eignen scheint. Jeder einzelne Drahtstrang muss, wenn er auch aus einzelnen Stücken besteht, als eine rein metallische Fortleitung in einer uinschliessenden isolirenden Röhre erscheinen; die Verbindungs¬ stellen einzelner Drahtsücke sind daher besonders sorgfältig so herzu¬ stellen, dass sich an den einander zugekehrten Flächen der Drahtstücke keine Zersetzung bildet, welche die metallische Leitung unterbricht. Lfm die Drähte vor Ableitung der galvanischen Strömung durch den feuchten Erdboden zu schützen, dürfte es gut sein, dieselben mit isolirenden Har¬ zen zu überziehen, welche vorzüglich dann gut am Drahte haften würden, wenn derselbe erst mit Hanf umsponnen oder in Hanf eingesponnen würde. — Der früher einmal ausgesprochene Vorschlag, die Schienen einer Ei¬ senbahn zur Fortleitung des Stromes zu benutzen, dürfte vox'züglich des¬ wegen unausführbar erscheinen , weil sich die Enden der Schienen nur schwierig in vollkommen metallische Verbindung setzen lassen, die sorg¬ fältige Unterhaltung dieser Verbindung an so unzählig vielen Zusammen- stossungsstellen aber eine höchst lästige Zugabe für die Bahnwartung wäre und endlich eine Telegraphie in dem Falle unmöglich scheint, wenn der auf den Schienen ruhende Dampfwagen die beiden Schienen vielleicht nur momentan metallisch verbindet. — Die Kosten für die metallische Ver¬ bindung zweier Orte würden immer die beträchtlichsten der ganzen An¬ lage, zugleich aber auch der Theil des gesammten Kostenaufwandes sein, welcher im directen Verhältniss mit der Entfernung steht. — Sollte der Kupferdraht in Hanf eingesponnen werden, so dürften 2/s vom Gewichte des Kupferdrahtes an Hanf erforderlich sein, w enn der Kupferdraht ‘ 2 bis *'4 pariser Linien Stärke hat, und der Centner Hanf würde nebst dem Arbeitslohn für das Umspinnen für 36 Thlr. berechnet werden können. 3) Der Observationsapparat, in Fig. IS im verticalen Querschnitt, in Fig. 19 zum Theil in oberer Ansicht und in Fig. 20 theilweise in Seitenansicht abgebildet, besteht