ms vereinigt beide durch die eiu&che Annahme, die peripolaren seien aus je zwei dipolaren zusammengesetzt, welche sich die gleichnamigen Pole zukehren. Gehe ein fremder Strom durch den thierischen Theil, so kehre er einen Theil der ihm entgegengesetzt wirkenden dipolaren Molekeln um, so dass sie mit ihm in gleicher Richtung wirken. Die eigenthümliche Beschaffenheit des na¬ türlichen Querschnitts unter dem sehnigen Ueberzuge bei frischen Muskeln, welche ich oben erwähnt habe, erklärt sich dann sehr leicht durch die An¬ nahme, dass hier eine Schicht dipolarer Molekeln vorhanden sei, welche dem Muskelstrom entgegenwirken, und so die Wirkung der übrigen peripolaren Molekeln neutralisiren. Wird diese Schicht durch einen fremdartigen chemi¬ schen Einfluss oder Erwärmung unwirksam gemacht, oder wird sie durch das Messer abgetragen, so kommt die Wirkung der übrigen electromotorischen Theile ungeschwächt zum Vorschein. Es bleibt mir noch übrig, diejenige Veränderung des Muskel- und Ner- venstroms zu schildern, welche eintritt, während diese Theile einer Reizung ausgesetzt werden. Ich habe schon oben angeführt, was man unter Reizung versteht, und dass jede äussere Einwirkung von hinreichender Energie im Nerven den Empfindung und Bewegung vermittelnden Zustand hervorbringt. Bei den jetzt zu besprechenden Versuchen kommt es darauf an, diesen Zu¬ stand der Reizung so lange zu unterhalten, dass das astatische Nadelpaar des Multiplicators, dessen Bewegungen ziemlich träge sind, Zeit habe, die Ver¬ änderung der Stärke des eleetrischen Stroms anzugeben. Eine solche anhal¬ tende Reizung lässt sich bewirken durch fortschreitendes Zerquetschen, Ver¬ brennen oder Anäizen des Nerven von seinem oberen Ende an bis zum Mus¬ kel hin, ferner durch Vergiftung des Thieres mit Strychnin, einem vegetabili¬ schen Alkali, welches vom Rückenmark ans ziemlich anhaltende Anfälle von Starrkrampf in sämmtlichen Muskeln des Körpers hervorbringt; endlich durch Electricität. Was das letztere Mittel betrifft, so entsteht durch einen anhal¬ tenden eleetrischen Strom, der einen motorischen Nerven durchläuft, nur im Moment seines Anfangs und seines Endes eine Reizung; oder allgemeiner ge¬ sagt, nicht die Durchströmung des Nerven an und für sich, sondern nur Schwankungen in der Stärke der Durchströmung reizen. Um also anhaltend zu reizen, muss man electrische Ströme gebrauchen, deren Stärke fortdauern¬ den Schwankungen ausgesetzt ist, am besten Ströme, deren Richtung zugleich möglichst schnell wechselt, wie sie z. B. durch die verschiedenen magnet- eleetrischen Apparate erzeugt werden. So lange solche den Nerven oder Muskel durchströmen, bleibt der letztere in anhaltender krampfartiger Span¬ nung. Gleichzeitig haben die hin und hergehenden Ströme von stets wech¬ selnder Richtung für unsere Versuche den Vortheil, dass sie die Magnetnadel des Multiplicators nicht in Bewegung setzen; sie geben ihr nämlich fortdau¬ ernd Anstösse in entgegengesetzter Richtung, die sich gegenseitig aufheben. Wenn also beim Gebrauche solcher Ströme zur Reizung des Nerven sich wirklich ein kleiner Theil durch die leitenden thierischen Gebilde hindurch