164 ERSTER ABSCHNITT. DIE DIOPTRIE DES AUGES. §• 16. eines Lichts unterhalb des Auges eintreten, und leitete daraus Bedenken gegen die bisherige Erklärungsweise überhaupt ab. Diese wurden von H. Müller 1 beseitigt, welcher die oben hingestellte Theorie dieser Art des Versuchs fand. Schon Purkinje erwähnt, dass in der Mitte des Gesichtsfeldes ein heller Fleck erschiene, der einer Grube ähnlich sehe; Burow 2 beschrieb die entoptische Erscheinung des gelben Flecks genauer, deutete sie aber als die Erscheinung einer Hervorragung, nicht eines Grübchens, vermöge der unrichtigen älteren Theorie des Versuchs, die durch H. Müller verbessert wurde. 1690. Dechales Cursus seu mundus mathematicus. Lugduni. T. III. p. 402. 1694. de la Hire Accidens de la vue in Mein, de l’Acad. d. sc. p. 3ö8. Pitcairnii opera. Lugd. Bat. p. 203. 206. 1722. Morgagni Adversaria anatomica VI. Anim. LXXV. p. 94. Lugd. Bat. 1740. Le Cat Traité des sens. Rouen, p. 298. Aepinus Novi Comment. Petrop. VII. p. 303. 1760. Histoire de l’Acad. d. sc. pour Tan. 1760. p. 57. 1819. Purkinje Beiträge zur Kenntniss des Sehens. S. 89’. 1825. Derselbe. Neue Beiträge. S. 115. 117*. 1842. Steifensand in Poggendorff’s Ann. LV. p. 134*; v. Ammon’s Monatsschrift für Medicin. I. -203. 1845. * Listing Beitrag zur physiologischen Optik. Göttingen.* Brewster in Transactions of the Roy. Soc. of Edinb. XV. 377. Mackenzie Edinb. Medical and Surgical Journal. July 1845. 1846. Donders in Nederlandsch Lancet. 1846 — 47. 2e Serie. D. II. bl. 345. 432. 537. 1848. Brewster in Phil. Magaz. XXXII. 1; Arch. d. sc.phys. et natar. de Genève. VIII. 299. 1849. Gudden in J. Müller’s Archiv. 1849. S. 522*. 1853. Appia de Voeil vu par lui même. Genève. 1854. * A. Doncan de corporis vitrei structura. Dissert. Trajecti ad Rhenum ; Onderzoekingen ged. in het Physiol. Laborat. d. Utrechtsche Hoogeschool. Jaar VI. p. 171. Burow in J. Müller’s Archiv. 1854. S. 166. 1855. James Jago in Proceedings of the Roy. Soc. 18. Jan. 1855. §. 16. Das Augenleuchten und der Augenspiegel. Von dem Lichte, welches auf die Netzhaut gefallen ist, wird ein Theil absorbirt, namentlich durch das schwarze Pigment der Aderhaut, ein anderer Theil wird diffus reflectirt, und kehrt durch die Pupille nach aussen zurück. Unter gewöhnlichen Verhältnissen nehmen wir nichts von dem Lichte wahr, welches aus der Pupille eines anderen Auges zurückkehrt, diese erscheint uns vielmehr ganz dunkelschwarz. Der Grund hiervon ist hauptsächlich in den eigen- thümlichen Brechungsverhältnissen des Auges zu suchen, zum Theil auch darin, dass von den meisten Stellen des Augenhintergrundes • wegen des schwarzen Pigments verhältnissmässig wenig Licht zurückgeworfen wird. Bei allen Systemen brechender Flächen, welche ein genaues Bild eines leuchtenden Punktes entwerfen, können die Lichtstrahlen genau auf denselben Wegen, auf denen sie von dem leuchtenden Punkte zu dessen Bilde gegangen sind, auch rückwärts von dem Bilde zn dem leuchtenden Punkte zurückgehen. Oder wenn man den leuchtenden Punkt an den Ort des Bildes bringt, wird nun das Bild an dem früheren Orte des leuchtenden Punktes entworfen. Daraus folgt : Wenn das menschliche Auge genau für einen leuchtenden Körper accommodirt ist, und von diesem ein genaues Bild auf seiner Netzhaut entwirft, und wir betrachten nun die erleuchtete Stelle der Netzhaut als ein l yerhandl. der med.- physik. Ges. zu Würzburg, IV. 100. V. Lief. 3. J. Müller’s Archiv. 1854. S. 166