338 Nachträge II. Zu Seite 7. Athanasius Hochfrequen z-K a m e r a mit ruck weisem Antrieb. Der Forscher gibt im zweiten Bande der Travaux de l’Institut Marey (Paris 1910 S. 119) selbst eine Beschreibung sowie auch eine Abbildung (Taf. Ill Fig. 86). Danach besitzt die Schalt¬ trommel '8 Nocken, sodass in der Sekunde bei 17—18 Umdrehungen etwa 140 Bildwechsel bewirkt werden. Oberhalb des Belichtungstensters ist eine Pressvorrichtung angebracht, die den Film jeweils selbsttätig andrückt und festhält, sobald der Zug unten aufhört. Das Werk soll den Film hin¬ reichend regelmässig transportieren, sodass die Aufnahmen brauchbare Projektionen abgeben. Mit dem Apparat wurde der Flügelschlag einer Taube, der sich gemäss einer mitphotographierten Uhr in 3/20 Sek. ab¬ spielt, in 18 Bildern festgehalten. Noguès bediente sich dieser Kamera zu Mikroaufnahmen und gewann damit 18—20 Bilder der Cilienbewegung vom Mantel der Miesmuschel. Zu ' Seite 54. T aschenkinematograph. Marie fmchanitzky, welcher sich mit der Reihenaufnahme von Schnitten befasste, (Travaux de rinstitut :Marey II Paris 1910 S. 230) verweist auf eine Arbeit von Stras¬ sen Ueber die Methoden der plastischen Rekonstruktion (Zeitschr. f. wis * sensch. u. mikrosk. Technik IV 1887), die ich nicht mehr habe einsehen können. Strasser soll darin das stroboskopische Verfahren vorschlagen und er soll die Bilder der Schnitte zu einem abzublätternden Album (Ta- schenkinematograph) vereinigt haben. Zu envähnen sind ferner die von Detlefs herausgegebenen „Geo¬ metrischen Kinohefte zur Veranschaulichung veränderlicher Figuren1 ‘ (vgi. S. 314) von denen 25 Stück erschienen in der Grösse 10x5 cm und im Umfange von meist 48 Bildern (Siehe „Der Lenrfilm£f 1, 81, 1920). Zu Seite 57. L e b e n s r a d. W. F. A. Zimmermann ^beschreibt in seinem Populären. Handbuch der Physik II. Bd,, Berlin 1857, S. 178 einen grossen Schaustellungsapparat, den er in Frankfurt a. M. sah. Er bestand aus zwei dicht ineinander sitzenden, um eine senkrechte Achse laufenden Trommeln von 18 Fuss Durchmesser, deren innere die Bilder trug, während die äussere auf jedes Bild eine Oeffnung in Grösse der Bil¬ der besass. In 2 Fuss Abstand von der äusseren Trommel waren rund¬ um guckkastenartige Vorrichtungen mit Schirmen angebracht, die immer nur ein Bild sehen Hessen, und zwar waren es einige dreissig Kästen — ebenso viele wie Bilder. Die Beleuchtung der Bilder geschah jeweils durch zwei neben den Kastenöffnungen verdeckt aufgestellten Lampen; der Saal selbst wrar nur schwach erhellt. Die Darstellungen sollen selbst aut das 'gebildete Publikum verblüffend gewirkt haben. Zu Seite 87. Einrichtung zur „langsamen Kine mat o - g r a p h i eu. Im Marev-Institut wurde die Aufnahme der sich entfalten¬ den Blüte von Volubilis (16 Bilder in der Stunde) mittels folgender Ein¬ richtung gemacht, die Athanasiu in den Trav. de Linst. Marey II Paris 1910 S 117 beschreibt und Taf. I Fig. 82 abbildet. Es steht hier das Antriebswerk der Kamera mit einer Welle in Verbindung, die durch ein Gewicht angetrieben wird. Die Welle wrird aber in ihrer Bewegung gehemmt durch einen Hebelarm, der einen an der Welle sitzenden FlugeJ anha und unter der Wirkung eines Elektromagneten intermittierend tur eine Umdrehung freigibt. Der Elektromagnet wird wiederum durch eine W asser- wippe intermittierend in den Stromkreis eingeschaltet. Die Frequenz Kann durch Aendern des Wasserzuflusses geregelt werden. Die Kamera macht jeweils eine oder mehrere Belichtungen. Es wird hier auch die Mikro- Einrichtung beschrieben, die P i z o n und Bull zur Langsam-Autna