152 W. Moede. Ergebnisse der industriellen Psychotechnik. Yon W. Moede. Mit 6 Abbildungen im Text. Einleitend wird der Entwicklungsgang der technischen und kauf¬ männischen Organisation unter psychotechnischen Gesichtspunkten be¬ sprochen. Die Entwicklung lehrt, daß die Eignungsprüfung der Schlußstein der Betriebswissenschaft ist und daß psychotechnische Arbeitsverfahren neben technischen und kaufmännischen Organi¬ sationsmaßnahmen nicht entbehrt werden können. Die psychotechnische Prüfung ist wissenschaftlich zu begründen. Ausgehend von der Berufskunde sollen in engster Anlehnung an die Bedingungen der beruflichen Praxis die Prüfverfahren entworfen werden. Sie sind nach den verschiedensten Gesichtspunkten zu eichen und kritisch zu begründen. Die Untersuchung selbst muß planmäßig ausgeführt werden und in ihr sind bestimmte Bichtlinien zu befolgen. Der Erfolg und die Bewährung der psychotechnischen Prüfverfahren ist durch Erfolgskontrollen sicher zu stellen, die entweder Stufen¬ oder Entwicklungskontrollen sind. I. Die Berufskunde ist weniger durch Fragebogen als viel¬ mehr durch wissenschaftliche psychotechnische Arbeitsstudien zu be¬ arbeiten. Formal ist Zeit, Kraftverbrauch und Baumwert der be¬ rufswichtigen Leistungen, soweit sie körperliche Arbeit betreffen, zu studieren, material sind durch Funktionsanalyse alle berufswichtigen einfachen und zusammengesetzten Fähigkeiten zu erfassen. Durch Übungsstudien, durch Berücksichtigung der Erfassungsmöglichkeit und Beständigkeit der zu prüfenden Funktion, durch Betrachtung der Stellvertretung u. a, m. sind weitere Grundlagen für die Auswahl der in der eigentlichen Prüfung zu berücksichtigenden Fähigkeiten zu erhalten. II. Entwurf der Prüfverfahren. Bei der Prüfverfahren kann zu Grunde gelegt werden: 1. die Wirklichkeit, indem man sie eichfähig macht, r 2. ein Schema der Wirklichkeit, in dem alle wesentlichen für die Berufsausübung in Frage kommenden Funktionen beansprucht werden, 3. rein abstrakte Methoden, die eine beinahe reine Funktions¬ probe darstellen.