116 F. Gieße. Auch verschiedene Erscheinungen aus der Hirnpathologie erhalten so ihre Erklärung, vor allem die sog. Röhrenförmigkeit des Gesichts¬ feldes. Zum Schluß berichtet der Vortragende über merkwürdige „Ver¬ zerrungen“, die manche Patienten mit (organisch bedingten) Gesichts¬ feldeinengungen an den Sehdingen beobachten, wenn man durch be¬ sondere Versuche eine weitere Einengung des Gesichtsfeldes hervorruft. Zur Psychologie der Arbeitshand. Von F. Giese. Die Arbeitshand — durchaus auf gef aßt als komplexes Arbeits- glied, also einschließlich des Arms und des gesamten Körpers — hat praktische Bedeutung z. B. im System der Arbeitsschule, des Prothesen¬ baues, der psychotechnischen Berentung nach Lähmung, Kopfschuß usw., in den Taylor-Gilbrethschen Bewegungsstudien, der Regelung von Lohntarifen. Es sind rein physiologische und rein psychologische Komponenten in der Arbeitstätigkeit der Hand gemischt zu beob¬ achten. Zu den physiologischen rechnen insbesondere die verschiedenen Ausgangsstellungen der Ruhehand (stabiles Prinzip; dargestellt im Lichtbild) und der sog. Fingerschluß. Hiervon werden die wichtigsten Modifikationen erläutert. Ferner treten die durch die sog. „Bahn¬ kugeln“ festzulegenden Bewegungsformen der Arbeitshand nebst Arm in Rechnung. Die phoronometrischen Ergebnisse des Kunstarmbaus haben einige psychologisch wichtige Tatsachen erwiesen, so insbesondere den erheblichen Einfluß der Mitbewegungen des gesamten Körpers (Hals, Schulter, Becken, Wirbelsäule) bei Greif-, Bück-, Hubbewegungen der Hand und des zugeordneten Arms. Ais labile Grundbewegungs¬ folgen der — isoliert aufgefaßten — Arbeitshand kommen psycho- technisch vor allem in Betracht: Druck, Zug — Stoß, Schub, Wurf — Schleudern, Greifen, Halten, Drehen und Fühltasten. Eine Schwierigkeits- und zugleich Wertigkeitsskala derartiger Grund¬ bewegungsfolgen wird kurz entwickelt, auf die Beziehungen zum sog. Tastsinn verwiesen, die Drehbewegungen in ihren Modifikationen Um¬ rissen. Bilder mit praktischen Beispielen erläutern das Gesagte. — Die rein psychologischen Elemente der Arbeitshand umfassen teils singuläre, teils komplexere Funktionsbestandteile. Zu den singulären rechnet alles, was populär „Handgeschicklichkeit“ genannt wird.