Das Webersche Gesetz im Gebiete des Drucksinns. 113 Das Webersche Gesetz im Gebiete des Drucksinns. Von M. y. Frey. Der Vortragende berichtet über Versuche zur Bestimmung der relativen Unterschiedsschwellen des Drucksinns, bei welchen durch An¬ wendung sehr kleiner Beizflächen auf Hautgebieten mit geringer Dichte der Nervenenden die Ausbreitung der Erregung mit wachsendem Beiz möglichst verhindert war. Hierbei fanden sich einmal recht hohe Werte der rUS im Vergleich zu Stratton und keine Konstanz sondern ein deutliches Sinken derselben mit wachsendem Beiz. Noch deut¬ licher zeigten sich diese Ergebnisse, als die Druckpunkte eines Haut¬ gebietes bis auf einen ausgeschaltet, die Beizung also auf ein Endorgan beschränkt blieb. Daraus war zu folgern, daß das sog. Alles- oder Nichts-Gesetz für die Endorgane des Drucksinns, wenigstens bei dieser Art der Beizgebung, nicht gilt und daß die Konstanz der rUS irgend¬ wie mit der unter gewöhnlichen Bedingungen nicht verhinderten Beiz¬ ausbreitung im Zusammenhang steht. Der Vortragende erörtert mög¬ liche Deutungen dieser Befunde. Über Farbenänderungen unter dem Einfluß von Gestaltauffassungen. Von W. Fuchs. Das Aussehen einer Farbe wird durch das gleichzeitige Vor¬ handensein anderer Farben im Sehfeld unter bestimmten Umständen in mehr oder minder starkem Maße im Sinne einer gegenseitigen Angleichung beeinflußt. Angleichung kommt zustande, wenn die Be¬ dingungen für eine einheitliche Gestalt da sind. Am leichtesten ge¬ lingt die Angleichung, wenn die Farbenunterschiede gering sind. Aber auch bei starken Farbendifferenzen kann Angleichung eintreten, im Extrem bis zu völliger Gleichheit. Angleichung tritt nicht nur bei Farben auf, die im Sehfeld un¬ mittelbar aneinander grenzen, sondern auch bei Farbenfeldern, die durch kleinere oder größere Zwischenräume voneinander getrennt sind. Es muß nur die Bedingung erfüllt sein, daß die verschiedenfarbigen Stellen als einheitliche Gestalt auf gef aßt werden. Bericht über den VII. Kongreß. 8