3 Correctur von Fehlern gelangt, welche sich in die Vorträge eingeschlichen hatten. Bei den allgemeinen Bemerkungen werde ich mich anch psychologischer Argumente bedienen, die ich schon an anderen Orten vorgetragen habe, die aber in ihrer Nutzanwendung manches Neue enthalten. II. Da sich der Unterricht nothwendig an die Forschungs- und implicite an die Beobachtungsmethoden anlehnen muss, will ich meine Darstellung der historischen Entwicklung dieser Methoden anpassen und mich vor Allem an die Beob¬ achtung des blossgelegten Herzens wenden. Diese Form der Beobachtung ist zwar die einfachste, dennoch aber ver¬ danken wir ihr die grössten Errungenschaften. Die Beob¬ achtung des schlagenden Herzens war es, durch welche Harvey zur Entdeckung des Kreislaufes geführt worden ist. Der Titel seiner 1628 erschienenen Abhandlung enthält auch die Worte „de motu cordis et sanguinis L Gesehen hat Harvey nur die Bewegung des Herzens, den Kreislauf des Blutes hat er erschlossen oder, wie ich lieber sagen will, durch die Speculation aufgedeckt. Aber auch nach Harvey hat die Beobachtung des blossgelegten Herzens zu neuen Erkennt¬ nissen geführt. Ich erinnere hier an die Entdeckung der Hemmungsnerven durch die Brüder Weber und die Fülle werthvoller Beobachtungen, welche, durch diese Entdeckung angeregt, am lebenden Herzen gemacht worden sind. Insoweit ich die Literatur der letzten Decennien über¬ blicke. hat sich die Aufmerksamkeit der Physiologen in der Hegel dem Herzen des Frosches und der Schildkröte zugewen- det. In der That sind an diesen Thierformen Erkenntnisse ge¬ wonnen worden, welche am Säugethierherzen kaum zu gewinnen waren. Aber so lehrreich und so anregend die Beobachtung des Frosch- und Schildkrötenherzens auch sind, so wendet sich das ärztliche Interesse dennoch in viel höherem Grade dem Herzen der Sänger zu. Das blossgelegte Herz des Frosches wird innerhalb der Beobachtungsfrist weder von den Athembewegungen, noch von dem Athembedürfniss 1*