Mikrophotogramme zur Projektion. 109 Die vierte Methode, Vorführung von nach mikroskopischen Prä¬ paraten dargestellten Zeichnungen, gilt insbesondere für alle die¬ jenigen Präparate, welche man infolge ihrer Färbung und Dicke un¬ möglich projiziren und von denen man demgemäss auch keine Photo¬ graphien nach der Natur herstellen kann. Alle diejenigen Präparate, Fig. 148. Trychopbyton tonsurans. (Vergr. 500 linear. Autotypie.) von denen schöne Photogramme zu erzielen sind, können auch unter Umständen direkt projizirt werden. In der Darstellung von mikro¬ skopischen Photogrammen für den Projektionsunterricht leisten ausser J. Grimm in Offenburg Otto Wigand in Zeitz und J. Ganz in Zürich ganz Vortreffliches. 5. MIKROSKOPISCHE PROJEKTIONEN FÜR KRIEGSZWECKE. Die mikroskopische Projektionskunst ist indessen nicht nur zu wissenschaftlichen und Unterhaltungszwecken ausgebildet worden, sondern sie hat auch eine politische Tragweite erhalten. Kleine auf Goldschlägerhäutchen photographirte Miniaturbilder können bekannt¬ lich durch Vergrösserungsgläser gesehen werden und ist das Ver¬ fahren des Photographen Dagron in Paris zur Herstellung mikro¬ skopisch kleiner Photographien im Laufe der jüngsten Dezennien ja allgemein bekannt und berühmt geworden. Ihre erste praktische Anwendung fand die Methode während des deutsch-französischen Krieges in den Jahren 1870/71. Auf eine grosse Fläche wurden Tausende von Nachrichten in kurzer Satzform nebeneinander gestellt,