Physikalisch-technische Werkstätten Meiser & Mertig. Dresden. 25 negativen Conductor das eine Ende einer zweiten und in die noch freie Zuleitungskugel des Motors das eine Ende einer dritten Leitungsschnur münden und beobachten bei Ingangsetzung der Maschine den Unterschied in der Geschwindigkeit der Umdrehung des Motorrädchens, wenn wir das freie Ende der zweiten mit demjenigen der dritten Leitungsschnur vereinen oder dieselben von einander entfernen. 8. Wir verfahren wie in der vorigen Aufgabe, nur wechseln wir die Con- ductoren. Es ist also nur der negative Conductor mit dem Motor direkt verbunden. 9. Wir nehmen das eine Ende einer Leitungsschnur und die Leydner Eiasche in eine Hand, verbinden das andere Ende der Schnur mit einer der bei¬ den Zuleitungskugeln des Motors und laden die Eiasche an der Elektri- sirmaschine. Nachdem wir nun das Motorrädchen in langsame Umdre¬ hung versetzt haben, halten wir den Knopf der Leydner Flasche an die noch freie Zuleitungskugel und beobachten die Wirkung. 10. Wir verbinden durch Leitungsschnuren sowohl den negativen Conductor der Elektrisirmaschine als auch eine Zuleitungskugel des Motors mit dem äusseren Beleg der Leydner Flasche, welche wir in der Hand halten; ferner durch eine dritte Leitungsschnur die noch freie Zuleitungskugel des Motors mit dem Knopf (also inneren Beleg) der Leydner Flasche. Es ist die Umdrehungsgeschwindigkeit des Motorrädchens zu beob¬ achten, wenn wir bei Ingangsetzung der Maschine den Knopf der Leydner Flasche an den positiven Conductor halten. 11. Der Versuch ist in der Weise abzuändern, dass wir den negativen Con¬ ductor und die erste Zuleitungskugel direkt verbinden, das eine Ende der zweiten Leitungsschnur mit der Leydner Flasche in eine Hand nehmen und nun bei Ingangsetzung der Maschine das andere Ende der Leitungsschnur mittelst des Entladers abwechselnd auf die erste Leitungs¬ schnur legen oder von derselben entfernen. (Die übrige Versuchsanord¬ nung bleibt wie früher.) 12. Wir verbinden durch direkte Leitungen den Motor mit den Conductoren der Elektrisirmaschine, so dass bei Ingangsetzung der letzteren das Rädchen in lebhafte Umdrehung versetzt wird. Nunmehr verbinden wir die beiden Leitungen auch direkt (etwa durch den Entlader), so dass sich die beiden Elektricitäten der Maschine fast vollständig auf diesem zweiten Leitungswege — Nebenschluss — vereinigen. Die Wirkung dieses Vorgangs wird sich am Motor zeigen, dessen Rädchen sofort lang¬ samer geht und schliesslich zur Ruhe kommt. Es soll nun dieser Nebenschlnss einen solchen Widerstand be¬ sitzen, dass durch den ersten Leitungsweg noch so viel Elektricität strömt, als nöthig ist, um das Motorrädchen in ganz langsamer Umdrehung zu erhalten. (Der einzuschaltende Widerstand im Nebenschluss lässt sich auf verschiedene Weise hersteilen. Für die ersten Versuche empfiehlt es sich, ein rundes Holzstäbchen von der Stärke und ungefähren Länge eines Bleistifts zu nehmen, jedes Ende mit einem ca. 10 cm langen Drahte mehrere Mal zu umwickeln, je ein Drahtende zu einem Haken umzubiegen und das Ganze zwischen die beiden Leitungsschnuren einzuhängen. Durch Verschieben der beiden hülsenförmigen Drahtstücke auf dem Holz¬ stäbchen lässt sich der Widerstand des Nebenschlusses beliebig verän¬ dern, so dass man sehr bald eine Stellung findet, bei welcher das Motor¬ rädchen gerade noch genügenden Antrieb zu fortdauernder Bewegnng erhält.) 13. Es ist der Einfluss der Umdrehungsgeschwindigkeit der Elektrisir- masehinenscheibe auf den Motor zu beobachten, wenn letzterer durch geeigneten Nebenschluss einen nur langsamen Gang erhalten kann. Physikalisch-technische Werkstätten Meiser & Mertig, Dresden.