24 Physikalisch-technische Werkstätten Meiser & Mertig, Dresden. Sammlung experimenteller Uebungsaufgaben. Die folgenden 120 Aufgaben sind in fünf Gruppen zusammengefasst •worden, für deren Bildung nachstehende Absicht maasgebend war: Durch die Lösung der Aufgaben der ersten Gruppe soll der Studirende die Influenz- elektricität vor Allem als eine Arbeitskraft auffassen lernen; die zweite Gruppe will ihn zu Untersuchungen über die Erzeugung dieser Arbeitskraft anregen; die dritte Gruppe bezweckt eine Anleitung zu geben, diese Arbeits¬ kraft nachzuweisen, ihre Art zu bestimmen und ihre Grösse soviel als mög¬ lich zu messen; die vierte und fünfte Gruppe dient dem Studium bestimmter wichtiger Erscheinungen dieser Arbeitskraft. Von dieser Sammlung wurden fast alle solche Aufgaben und Versuche ausgeschlossen, die in jedem Lehrbuch der Physik eingehendste Berücksichti¬ gung finden; ihre Behandlung dürfte am besten diesen Aufgaben vorangehen. So unterlasse man z. B. nicht, einzelne Experimente im Finstern anzustellen, da durch die hierbei sichtbar werdenden Lichterscheinungen viele Wirkungen der Influenzelektricität ohne Weiteres deutlich werden, deren Nachweis sonst ziemlich umständliche Versuche verlangt. — Ausdrücklich sei betont, dass sämmtliche 120 Aufgaben mit den Apparaten dieser Sammlung gelöst werden können. Unter der Lösung einer Aufgabe verstehen wir nicht allein die experimentelle Ausführung derselben, sondern namentlich die Erklärung der gemachten Beobachtung durch die für dieses Gebiet geltenden Gesetze. Versuche mit dem Motor und dem Flugrad. 1. Wir legen auf die Hartgummiplatte ein Blättchen Stanniol und stellen auf dieses den Holzstöpsel mit Spitze und Flugrad. Es sind mit Hülfe der Elektrisirmaschine, des Entladers und der Probekugel die Grund¬ erscheinungen der influenzelektrischen Anziehung und Abstossung zu beobachten. 2. Wir stellen den Stöpsel mit Flugrad auf die Hartgummiplatte, laden die Leydner Flasche und halten dann den Knopf derselben an den Stöpsel des Flugrads. 3. Es ist die Umdrehungsgeschwindigkeit des Flugrads zu beobachten, wenn wir dasselbe verschiedenen Punkten der in Gang befindlichen Elektrisirmaschine nähern. 4. Der Versuch ist zu wiederholen bei abgenommener Saugvorrichtung (es genügt eine seitliche Drehung derselben). 5. Wir verbinden die beiden Zuleitungskugeln des Motors durch Leitnngs- schnuren mit je einem Conductor der Elektrisirmaschine und beobachten den Motor, wenn wir die Maschine in Gang setzen. — Bei günstigen Verhältnissen wird das Motorrädchen seine Umdrehungen von selber be¬ ginnen, andernfalls genügt ein leichter Antrieb mit dem Finger. ß. Wir beobachten bei der vorigen Versuchsanordnung den Gang des Motors, wenn wir einen der beiden Conductoren ableitend berühren. 7. Wir verbinden den positiven Conductor der Elektrisirmaschine durch eine Leitungsschnur mit einer Zuleitungskugel des Motors, lassen in den Physikalisch-technische Werkstätten Meiser & Mertig, Dresden.