Physikalisch-technische Werkstätten Heiser & Mertig. Dresden. 23 6. Die Probekugel. Die Probekugel kann ihren Zweck nur erfüllen, wenn das Hartgummi¬ stäbeben gut isolirt, dasselbe muss also reine, trockene Oberfläche haben und darf nur am unteren Ende angefasst werden. 7. Der Motor. Um den Motor in Bewegung zu versetzen, verbinden wir durch zwei Leitungsschnuren die eine der beiden grossen Kugeln (Zuleitungskugeln) mit dem positiven, die andere mit dem negativen Conductor der Elektrisir- maschine. Bei Drehung der Maschine wird also die eine Kugel positiv, die andere negativ geladen. Jede Kugel wird nun die ihr am nächsten stehende kleine Kugel des sternförmigen Rädchens auziehen und dadurch eine Drehung des letzteren erzeugen. Sobald nun die angezogene kleine Kugel der an¬ ziehenden Kugel sehr nahe kommt, wird durch das jetzt mögliche Ueber- springen eines kleinen Fünkchens die kleine Kugel gleichnamig der grossen Kugel geladen und demzufolge von derselben abgestossen. Die kleine Kugel wird aber, falls die Anziehung vorher genügend stark war, nicht auf dem an¬ gekommenen Wege zurückgehen, sondern zunächst durch das Beharrungs¬ vermögen über den todten Punkt hinaus und dann durch die Abstossung in der ursprünglichen Bewegungsrichtung weiter getrieben. Dieser hier angegebene Vorgang wiederholt sich mit jeder Kugel, so dass eine weitere Drehung des Rädchens eintritt. Auf diese Weise nähern sich den Zuleitungskugeln bald entgegengesetzt geladene kleine Kugeln, und werden dieselben natürlich jetzt viel stärker angezogen als vorher ohne Ladung, so dass die Umdrehungsgeschwindigkeit des Rädchens noch erheblich zunimmt. Ueher die Behandlung des Apparates sei noch Folgendes bemerkt: Wenn der Motor sicher wirken soll, müssen alle Kugeln gut isolirt sein, die Hart¬ gummistäbchen also reine, trockene Oberfläche haben. Das Rädchen kann durch Zurückdrehen der Kömerschraube herausgenommen werden, bei Wieder- einstellung der Achse achte man darauf, dass ihre Spitzen ganz leicht im Körner liegen. An die letzteren bringe man ab und zu einen Tropfen Oel. Zur Feststellung der Körnerschraube dient die Gegenmutter, welche man an den Ständer fest anschraubt. Durch geeignetes Richten der beiden um die Achse verschiebbaren Kugeln ist ein genaues Ausbalanciren des Rädchens möglich, -was für einen leichten Antrieb des Motors unbedingt nötkig ist. 8. Das elektrische Flugrad. Der Holzstöpsel mit Spitze wird in die Oeffnung eines Conductors der Elektrisirmaschiue gesteckt und das Flugrad auf die Spitze gesetzt. 9. Die Hartguininiplatte. Die Platte erfüllt ihren Zweck nur. wenn die Politur gut ist. Man sehe also darauf, dass bei dem Reiben der Oberfläche die Politur nicht beschädigt wird. Am besten ist es und zugleich am wirksamsten, die Platte für ge¬ wöhnlich mit der blossen trocknen Hand zu reiben. Hartgummi wird bei gar nicht zu hoher Temperatur weich, dieserhalb lege man die Hartgummi- platte nicht auf den warmen Ofen. 10. Die Glasplatten. Die Glasplatten isoliren nur, wenn ihre Oberflächen ganz sauber geputzt sind, das gilt namentlich von den Randflächen. Zum Putzen eignet sich am besten ein Lederlappen. Es ist sehr zweckdienlich, die sauber geputzten Glastafeln vor dem Gebrauch auf den warmen Ofen zu stellen. Physikalisch-technische Werkstätten Heiser & Mertig, Dresden.