670 Kap. XXIX. Die erfahrungsgemässen Strebungen. Besinnen u. Erwarten. letztere Art der Komik im Auge. Zugleich müssen wir dann frei¬ lich, um nicht der Möglichkeit einer gemeinsamen Bestimmung der Komik verlustig zu gehen, den Begriff des Erwartens hier seiner Einschränkung entkleiden und darunter fortan, wie es im Grunde der Sprachgebrauch verlangt, jedes Streben von einem vorhandenen Vorstellungsinhalt nach einem andern hin, selbst dann, wenn nur qualitative Verhältnisse das vermittelnde Band ab* geben, verstehen. Manchfach nun sind die Arten und Stufen der Komik. Die Komik gehört dem oder jenem Gebiet an, es stehen zugleich rela¬ tive Erfüllung und relative Enttäuschung in dem oder jenem Ver- hältni8S. Wir sprechen hier von beidem nur soweit, als es zur Illustration unserer allgemeinen Bestimmung der Komik erforder¬ lich ist. Indem ich zunächst von Gebieten der Komik spreche, verstehe ich darunter nicht die verschiedenen Vorstellungsgebiete, deren sich die Komik bemächtigen kann, sondern die Gebiete der verschiedenen Arten des Zusammenhangs. Wie oben angedeutet, kann der Zusammenhang ein qualitativer oder ein erfahrungsge- mässer sein. Dass er vorzugsweise der letzteren Art ist, dies ver¬ anlasst uns, erst hier die Komik zu behandeln. Der qualitative Zusammenhang nun, der in Betracht kommt, ist einfach der Zu¬ sammenhang des Aehnlichen. Dagegen bestimmen sich die erfah¬ rungsgemässen Zusammenhänge in verschiedener Weise näher. Sie sind entweder räumliche und zeitliche Zusammenhänge überhaupt, oder solche, die zu Zusammenhängen von Gründen und Folgen geworden sind. Und diese wiederum stellen sich dar als Zusam¬ menhänge von Ursache und Wirkung, von Zweck und Mittel, oder endlich als solche Zusammenhänge von Grund und Folge, die nicht unter den Ursach- oder Zweckbegriff sich unterordneu. Der kleine Mann zwischen grossen, das kleine Häuschen zwischen Riesenbauten kann komisch erscheinen. Für sich, oder in der Nachbarschaft solcher Objekte, die man mit ihnen in Ver¬ gleich oder Beziehung zu setzen nicht so unmittelbar sich genötigt fühlte, würden sie den Eindruck nicht hervorrufen. Der Eindruck entsteht, indem einerseits der Anblick des Grossen und in seiner Grösse Bedeutsamen die Erwartung eines gleich Grossen und Be¬ deutsamen rege macht, andererseits die Aehnlichkeit zwischen dem Grossen und Kleinen den Blick von jenem auf dieses lenkt und damit dem Kleinen eiu Quantum der Aufmerksamkeit oder eine